Lenzing Decarbonisation

Dekarbonisierung

Unser Ansatz zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen

Lenzings Ziel für 2050: Netto-Null-Emissionen als langfristiges Ziel

Im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris (1,5°C-Ziel) und dem SDG 13 der Vereinten Nationen hat sich die Lenzing Gruppe wissenschaftlich fundierte Ziele (SBTs) gesetzt: eine Reduzierung der absoluten THG-Emissionen in Scope 1 und 2 um 42 Prozent sowie in Scope 3 um 25 Prozent bis 2030 (Ausgangsbasis 2021). Zudem strebt Lenzing an, bis 2050 Netto-Null-THG-Emissionen zu erreichen.

Wir waren einer der ersten Herstellern von Cellulosefasern mit wissenschaftlich fundierten Zielen, die von der Science Based Targets initiative (SBTi) genehmigt wurden.

Demonstration for climate protection

Netto-Null-Ziel für 2050

Unser Klimaaktionsplan

Der öffentliche zugängliche Climate Action Plan beschreibt die wichtigsten Hebel zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen in Scope 1, Scope 2 und ausgewählten Scope-3-Kategorien beschreibt. Der Plan wird regelmäßig aktualisiert, um operativen Fortschritt, verfügbare Technologien und Marktbedingungen widerzuspiegeln.

Unsere Treibhausgas-Emissionen

Das Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen teilt Emissionen in drei Kategorien, sogenannte Scopes ein:

Scope-1-Emissionen umfassen alle direkten Emissionen aus den eigenen Anlagen und Aktivitäten eines Unternehmens, die unter seiner Kontrolle stehen. Dazu zählen Emissionen aus der Verbrennung von Brennstoffen an den Unternehmensstandorten.
Scope-2-Emissionen umfassen indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, insbesondere aus bezogenem Strom und bezogener Wärme, die vom Unternehmen genutzt werden.
Scope-3-Emissionen umfassen alle weiteren indirekten Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen und aus Quellen stammen, die sich weder im Eigentum des Unternehmens befinden noch von ihm kontrolliert werden.

Reduzierung von Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette

Die untenstehende Tabelle zeigt im Detail unsere zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette. Sie beschreibt ausgewählte Maßnahmen und Schwerpunktbereiche in den Feldern Beschaffung, Produktion und Stakeholder-Engagement.

Position in der WertschöpfungsketteKlimarelevantes ThemaEinzelheitenUnser Beitrag
Beschaffung von Holz und ZellstoffCO₂-Senke (Sequestrierung) in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und PlantagenEine nachhaltige Waldbewirtschaftung kann dazu beitragen, die Kohlenstoffvorräte in naturnahen Wäldern und Forstplantagen zu erhalten oder zu erhöhen. Und stärkt somit deren Potenzial langfristig als Kohlenstoffsenken zu fungieren. Holzbeschaffung aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern (FSC®-Zertifizierung (FSC-C041246) oder PEFC-Zertifizierung (PEFC/06-33-92)), Management eigener Forstplantagen, aktive Zusammenarbeit mit Faserzellstofflieferanten für Verbesserungen sowie weitere Stakeholder-Aktivitäten (z. B. Forschung bei Wood K plus).
Anpassung der Wälder an den KlimawandelDer Anteil der Buche in Europa nimmt zu, die Nutzung ist jedoch begrenzt. Aktive Waldbewirtschaftung erzielt schnellere Zunahmen der Artenvielfalt (und damit Klimaresilienz) im Vergleich zur natürlichen Entwicklung der Wälder.Wirtschaftliche Valorisierung von Buchenholz zur Faserzellstoffproduktion in Lenzing (mit höherem Mehrwert als die Verwendung als Brennholz) ermöglicht es den Waldbesitzern, das Einkommen zu erzielen, das sie für Maßnahmen zur Klimaanpassung benötigen.
CO₂-Emissionen aus der AbholzungMaßnahmen zur Vermeidung von Abholzung in der Lieferkette. Unsere Sorgfaltspflicht bei der Holz- und Zellstoffbeschaffung umfasst die Holz- und Zellstoff-Policy, Lieferantenbewertungen sowie Holz aus kontrollierten oder zertifizierten Quellen gemäß FSC- oder PEFC-Standards (FSC® (FSC-C041246) oder PEFC (PEFC/06-33-92)). Im Canopy Hot Button Report 2025 belegte Lenzing weltweit den ersten Platz und erhielt die Bewertung „Dark Green Shirt".
ZellstoffproduktionNutzung erneuerbarer Energien100 Prozent Nutzung von Holzbestandteilen zur Herstellung von Zellstoff, Nebenprodukten und Energie. Keine Verschwendung von Holz.Unsere Zellstofffabriken arbeiten mit einem hohen Maß an Energieautarkie und nutzen Bioenergie aus der nach der Zellstoffproduktion verbleibenden Biomasse (Schwarzlauge). Je nach Standort wird überschüssige Energie entweder intern zur Faserproduktion genutzt oder in das Stromnetz eingespeist.
FaserproduktionReduzierung der Nutzung fossiler BrennstoffeEnergieverbrauch und ChemikalienWir erhöhen den Einsatz erneuerbarer Energien, darunter Bioenergie aus unseren eigenen Bioraffinerien sowie erneuerbarer Strom aus externen Liefervereinbarungen und eigenerzeugter Energie. Lenzing setzt standortspezifische Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Umstellung von Energieträgern um. Der Standort Lenzing (Österreich) integriert die eigene Herstellung von Zellstoff für Cellulosefasern mit der Faserproduktion. Gemeinsam mit wichtigen Lieferanten arbeiten wir daran, den Einsatz von Natronlauge (NaOH), die unter Verwendung von erneuerbarem Strom hergestellt wird, zu erhöhen.
TextilherstellungTreibhausgas (THG)-Emissionen in der TextilherstellungVerwendung fossiler BrennstoffeTENCEL™ Modal fibers with Eco Color technology (a dope-dyed fiber) help avoid a conventional resource-intensive dyeing step and can reduce energy use, water use, and greenhouse gas emissions compared with conventionally dyed fabrics. Fabrics made from these fibers can generate up to 60% lower greenhouse gas emissions. * Terinte et al. 2014
NutzungsphaseTHG-Emissionen aus der TextilpflegeNutzung fossiler Brennstoffe zur StromerzeugungIn ausgewählten Textilanwendungen können schnelltrocknende Mischungen wie TENCEL™ Lyocell/PES und TENCEL™ Lyocell/Wolle dazu beitragen, den Stromverbrauch und die damit verbundenen THG-Emissionen bei der Textilpflege zu reduzieren, beispielsweise durch geringeren Trocknungsenergiebedarf und selteneres Waschen – abhängig von Kleidungsdesign und Pflegeverhalten der Verbraucher:innen.
NutzungsendeRecyclingVermeidung von Abfällen und NeumaterialienTENCEL™ Lyocellfasern und LENZING™ ECOVERO™ Fasern, die mit REFIBRA™-Technologie hergestellt werden, nutzen neben Holz auch Baumwoll-Textilabfälle als Rohstoff. Dies unterstützt das Textilrecycling und trägt dazu bei, die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu reduzieren.
Abfallverbrennung mit energetischer NutzungBiobasiertes CO₂Wenn LENZING™ Fasern in Waste-to-Energy-Anlagen verbrannt werden, setzen sie biogenes CO₂ statt fossiles CO₂ frei.
Anaerobe Behandlung mit EnergierückgewinnungBiogasproduktionBeispielsweise kann Arbeitsbekleidung aus LENZING™ Fasern anaerob behandelt werden, wobei das entstehende Biogas energetisch genutzt werden kann. Dies zeigt das Potenzial für biologische Abbaubarkeit und Energierückgewinnung.

Reduzierung von Treibhausgasemissionen

Klimarelevantes ThemaEinzelheitenBeitrag der Lenzing Gruppe
Produktion natürlicher FasernEinsatz fossiler BrennstoffeZur Herstellung von Agrochemikalien und Kraftstoffen für Maschinen und AnlagenDurch die Mischung mit regenerierten Cellulosefasern lässt sich die Klimabilanz des Endprodukts verbessern.
Landwirtschaftliche EmissionenN₂O aus Düngemitteln, Methan aus TierenDurch die Mischung mit regenerierten Cellulosefasern lässt sich die Klimabilanz des Endprodukts verbessern.
Produktion synthetischer FasernEinsatz fossiler BrennstoffeFür Energie und RohstoffeDurch die Ersetzung synthetischer durch regenerierte Cellulosefasern lässt sich die Klimabilanz des Endprodukts verbessern.
Produktion von ChemikalienEinsatz fossiler BrennstoffeFür Energie und RohstoffeBiobasierte Bioraffinerieprodukte aus den Zellstofffabriken von Lenzing ersetzen Produkte aus fossilen Quellen: LENZING™ Essigsäure Biobased, Furfural usw.
Verbesserung der Branche durch Stakeholder-InitiativenLenzing beteiligt sich an Projekten, die sich mit dem Klimawandel befassen: 1. Unterstützung der Bemühungen des World Resource Institute (WRI) und des Apparel Impact Institute (AII), um eine ausgereifte Roadmap für die Bekleidungs- und Schuhindustrie zu entwickeln 2. Die United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) mit Lenzing als Gründungsmitglied ist eine breite Stakeholder-Bewegung mit dem Ziel eines ganzheitlichen Engagements für den Klimaschutz.