Vorläufige Ergebniszahlen 1999

Deutlich positives Ergebnis trotz zyklischem Konjunkturtief
Strukturelle Ergebnisverbesserung kompensiert Marktabschwung

Die Lenzing-Gruppe konnte sich 1999 sehr gut behaupten. Es ist gelungen, auch im Konjunkturtief ein deutlich positives Ergebnis zu erwirtschaften.

Der bereits im Herbst 1998 erkennbare Abschwung im Faserzyklus erreichte im ersten Quartal 1999 seinen Tiefpunkt, die Faserpreise fielen um bis zu 12%, die Nachfrage ging zurück. Lenzing konnte diese zyklischen Effekte durch strukturelle Verbesserungen weitgehend kompensieren:

Ausbau der Kostenführerschaft in Europa

Offensive Innovationspolitik

Qualitatives & quantitatives Wachstum durch Spezialitätenstrategie
Infolge der Marktschwäche lag 1999 das Ergebnis unter jenem des Geschäftsjahres 1998, das durch ein zyklisches Hoch geprägt war. Der Umsatz steigerte sich trotz der niedrigen Faserpreise um 0,5 % gegenüber 1998. Dies ist vor allem auf Rekorde im Versand der SPV und der Lenzing AG bei einem hochwertigen Sortenmix zurückzuführen. Das indonesische Beteiligungsunternehmen SPV wurde 1999 auf Eigenkapitalbasis (42 %) konsolidiert, d.h. Umsatz und Bilanzwerte sind in den Konzernzahlen 1999 und den Vergleichszahlen 1998 nicht enthalten.

Die Konzernberichterstattung für 1999 erfolgt erstmals nach US GAAP.

Vorläufige Ergebniszahlen

Wichtige Kennzahlen nach US GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR)  1999 1998 1997*)
Umsatz  550,2 547,4 521,5
Operatives Ergebnis 7,3 13,1 -21,2
Ergebnis vor Steuern und Minderheitsanteilen  3,9 8,3 -47,2
EBIT 11,7 18,2 -21,2
ROCE in % 1,3 1,9 -4,8
Jahresüberschuss  4,3  5,6  -47,8
Gewinn pro Aktie (in Euro)  1  2  -8,2
Mitarbeiter  3.166 3.206 4.781
    
  *) nach HGB inkl. SPV

Zellstoff und Fasern: Flaggschiff im Lenzing-Konzern

Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte der Geschäftsbereich Fasern 1999 das ausgezeichnete Ergebnis des konjunkturell starken Vorjahres wiederholen. Ein verbesserter, hochwertiger Produktmix von Standard- und Spezialfasern sowie der verringerte Aufwand für Instandhaltung, Energie, Personal und Rohstoffe konnten Ausgleich für die niedrigen Preise schaffen. Während der Ausstoß der gesamten westeuropäischen Industrie um 5% zurückging, konnte in Lenzing trotz des niedrigen Preisniveaus der Umsatz mit 267,8 Mio Euro knapp über jenem vom Vorjahr (1998: 266,2 Mio Euro) gehalten werden. Der seit Mitte der 90er Jahre eingeschlagene Weg, technologie-intensive Produkte zu forcieren, trägt Früchte. Heute werden bereits 55% der Kapazitäten in Spezialfasersegmenten abgesetzt. Besonders stark gewachsen sind 1999 das Nonwovensgeschäft (Vliesstoffe und Hygieneprodukte) und Micro-Modalfasern.

Folien und Papier: Trotz gestiegener Rohstoffpreise erfolgreich durch Nischenstrategie

Der Geschäftsbereich Kunststofffolien und PTFE-Produkte konnte trotz der massiven Verteuerung der Rohstoffkosten 1999 wiederum ein Rekordergebnis erwirtschaften. Für die Lenzinger Papierfabrik war 1999 von einer relativ schwachen Marktperformance im ersten Halbjahr sowie dem starken Anstieg der Zellstoffpreise im 2. Halbjahr geprägt. Dennoch wurde ein positives Ergebnis erzielt, das jedoch deutlich unter dem sehr guten von 1998 liegt.

Lenzing-Technik: Flexibler Marktauftritt durch Selbständigkeit

1999 war für den Engineering und Anlagenbau von einer guten Auftragslage mit geringen Schwankungen gekennzeichnet, das Ergebnis ist wiederum gut. Die Lenzing Technik firmiert seit 1.Oktober 1999 als eigenständiges Tochterunternehmen der Lenzing AG mit einem Jahresumsatz von 45,2 Mio Euro. Die Ausgliederung erfolgte rückwirkend zum 1.Jänner 1999; Umsatz und Ergebnis fließen daher nicht mehr in die AG-Bilanz ein.

Lenzing Lyocell / Heiligenkreuz: Absatzsteigerung

1999 konnte gegenüber dem Vorjahr eine Absatzsteigerung um mehr als 50% erzielt werden, wobei die Belebung des Marktes vor allem im 2. Halbjahr deutlich spürbar war. Dies ist einerseits auf die Integration des Vertriebs in den Lenzinger Faserverbund zurückzuführen, andererseits tragen die verstärkten Marketingbemühungen jetzt Früchte. Das Ergebnis der Lenzing Lyocell GmbH und CoKG ist jedoch weiterhin negativ.

Immer mehr Meinungsmacher und Trendsetter der Textilindustrie - wie beispielsweise Armani, Triumph, Schiesser, Banana Republic, DKNY etc. - nehmen Lenzing Lyocellfasern in ihre Kollektion auf. Die Hauptaktivitäten des Jahres 1999 konzentrierten sich daher auf die Erarbeitung einfacher Veredelungsschritte für die verarbeitende textile Kette sowie auf die Weiterentwicklung einer nichtfibrillierenden Faser.

Lenzing Fibers Corp. / USA: Mit Faserspezialität gegen schrumpfenden Textilmarkt

Während der Textilmarkt in den USA kontinuierlich schrumpft, nimmt das Nonwovens-Segment erfreulich und beständig zu. Diesem Trend folgend konzentriert sich die Lenzing Fibers Corporation weiterhin auf Entwicklungen für den Hygienebereich und brachte im zweiten Halbjahr eine neue Faser zur Marktreife. Weitere Spezialfasern werden entwickelt und sollen die Ergebnissituation der LFC positiv beeinflussen, zumal diese technologie-intensiven Produkte vom generellen Preisverfall für Fasern etwas abgekoppelt und vor allem gut nachgefragt sind.

Aufgrund der strukturellen Schwäche der US-Textilindustrie wurde die Produktion im Laufe des Jahres zeitweise gedrosselt. Verstärkte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bei den Verbrauchsfaktoren halfen dem Lenzing-Tochterunternehmen, trotz der reduzierten Produktions- und Verkaufsmengen auch in diesem schwierigen Jahr einen positiven Cashflow zu erzielen. Das Ergebnis der Lenzing Fibers Corp. ist dennoch negativ.

South Pacific Viscose / Indonesien: Equity Konsolidierung - Erholung im 4. Quartal

Das Jahr 1999 zeichnete einen Wendepunkt in der Geschichte Indonesiens auf dem Weg von einem autokratisch geführten Staat zu einer jungen Demokratie. Vor diesem Hintergrund wurde im ersten Halbjahr der Verkauf vom zurückhaltenden Geschäftsklima vor den Wahlen negativ beeinflusst. Dank eines starken 4.Quartals ist es gelungen, die Auslieferungen gegenüber 1998 zu erhöhen. Der Marktanteil in Indonesien konnte zudem um beinahe 20 % auf knapp 45 % gesteigert werden.

Trotz der zum Teil markt- und landesbedingt schwierigen Geschäftslage, speziell in den ersten zwei Quartalen des Berichtsjahres, wurde 1999 auf Basis des US-GAAP-Abschlusses ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet.

Ausblick

Weitere Ergebnissteigerung dank Strukturstärke und Marktaufschwung

Das Jahr 2000 hat sehr gut begonnen, wir erwarten ein ergebnisstarkes erstes Halbjahr und sind zuversichtlich, dass die positive Tendenz anhalten wird. Das Umfeld für unser Fasergeschäft hat sich verbessert, der Aufwärtstrend vom Herbst letzten Jahres setzt sich fort. Die Nachfrage nach Viskosefasern ist stark, die Preise für synthetische Fasern und in jüngster Zeit auch für Baumwolle tendieren nach oben, der Handel meldet bessere Absätze und die weltweite Konjunktur ist im Aufschwung. Sowohl im textilen Bereich als auch bei Nonwovens-Produkten (Vliessstoffe/Hygienebereich) ist eine deutliche Mengenbelebung spürbar. Modal- und Modal-Microfasern aus Lenzing sind als Spezialfasern sehr gefragt; Lyocell etabliert sich zunehmend. Die Lagerstände sind niedrig, sodass das Angebot die Nachfrage kaum befriedigen kann; Lieferverzögerung bei voller Produktion sind die Folge. Die Lenzing AG nützt die erfreuliche Marktbelebung dazu, das nach wie vor niedrige Preisniveau sukzessive nach oben zu korrigieren. Preiserhöhungen konnten bereits im ersten Quartal vorgenommen werden, weitere sind für das zweite Quartal angekündigt. Die erfolgreiche Strategie der Erweiterung unserer technologie-intensiven Faserpalette werden wir fortführen.

Die Verselbständigung der nicht-faserspezifischen Geschäftsfelder wird fortgesetzt. Ab 1. April firmiert der Geschäftsbereich Kunstofffolien als eigenständiges Tochterunternehmen mit dem Namen "Lenzing Plastics". Die Ausgliederung erfolgt rückwirkend zum 1. Jänner 2000. Hier sehen wir weiterhin sehr gute Geschäftsperspektiven.

Insgesamt erwarten wir für das Jahr 2000 deutliche Ergebnissteigerungen gegenüber 1999, wenngleich das negative Ergebnis der Lyocell GesmbH. & Co KG jenes der Lenzing AG noch belasten wird.

Die strukturellen Verbesserungen in der Ertragskraft der Lenzing-Gruppe werden sich im Aufschwung des Faserzyklus entsprechend positiv niederschlagen.

Die Hauptversammlung findet am 3. Mai 2000 um 10.00 Uhr im Palais Schwarzenberg in Wien statt

 

Lenzing Konzern US-GAAP - Gewinn- und Verlustrechnung 1999 (EUR) 1998 (TEUR)
Umsatzerlöse 550.224.890 547.462,0 
Herstellungskosten der zur Erzileung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -446.899.454 -433.507,6
Bruttoergebnis vom Umsatz 103.325.436 113.954,4
Sonstige Aufwendungen    
Vertriebskosten -27.466.400 -27.287,2
- Frachten -17.220.443 -17.465,6
- Provisionen -4.875.369 -6.309,6
Forschungs- und Entwicklungskosten -11.977.393 -14.393,2
Allgemeine Verwaltungskosten  -33.825.113  -35.272,7 
Übrige Aufwendungen -614.555 -112,2
Gesamt sonstige Aufwendungen -95.979.237 -100.840,5 
Operatives Ergebnis 7.346.163 13.113,9
     
Finanzergebnis    
Beteiligungsergebnis 1.151.697 -7.865,0
Zinsaufwand -9.589.093 -11.237,2
Zinsertrag 1.766.268 1.394,8
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge 1.357.610 8.922,1
Gesamt Finanzergebnis -5.313.518 -8.785,3
Sonstige Erträge 4.079.655 4.688,3
Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Anlagen -2.257.054 -712,1
Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil  3.855.246  8.304,8
Steuern vom Einkommen und Ertrag 461.314 -2.682,0
Jahresüberschuss vor Minderheitenanteil   4.316.560 5.622,8
Anderen Gesellschaften zustehender Gewinn -29.522 -12,5
Jahresüberschuss nach Minderheitenanteil 4.287.038 5.610,3
     
 Erweitertes Ergebnis    
Veränderung Ausgleichsposten Währungsdifferenzen -811.054 -1.497,0
Veränderung Mindespensionsrückstellung 1.692.469 1.338,7
Gesamt sonstiges erweitertes Ergebnis 881.415  -2.829,7
Erweitertes Ergebnis 5.168.453 2.780,6
     
     
Lenzing Konzern US-GAAP - AKTIVA  31.12.1999 (EUR)  31.12.1998 (TEUR)
Umlaufvermögen    
Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditunternehmen 30.676.454 15.637,9
Sonstige Wertpapiere und Anteile 53.275.697 58.128,7
     
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 89.052.237 83.238,9
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 28.742.107 28.766,0
Forderungen aus latenten Steuern 91.959 94,0
     
Vorräte     
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 31.663.092 25.239,3
Fertige und unfertige Erzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen 30.115.649 42.587,7
Gesamt Umlaufvermögen 263.617.195 253.728,5
     
Wertpapiere und Anteile
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.148.231 1.148,2  
Beteiligungen  2.761.618 3.009,4
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht  15.162.639  14.157,1
Wertpapiere des Anlagevermögens  33.436.477  30.561,8
Sonstige Ausleihungen 2.943.581 2.846,7
Gesamt Wertpapiere und Anteile 55.452.546 51.723,3
Sachanlagevermögen  2.513.830 2.349,7
Grundstücke 69.554.822 72.689,4
     
Gebäude
Machinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 292.518.065   303.599,1
Gesamt Sachanlagevermögen 364.586.717 378.638,2
     
Sonstige langfristige Vermögensgegenstände    
Aktivierte Unterdeckung Pensionsrückstellung   0  651,4
Immaterielles Anlagevermögen   4.129.185 4.684,1
Latente Steuern 33.148.918   33.351,7
Gesamt sonstige langfristige Vermögensgegenstände 37.278.103 38.687,2
GESAMT AKTIVA 720.934.561 722.777,2
     
     
Lenzing Konzern US-GAAP - PASSIVA  31.12.1999 (EUR)  31.12.1998 (TEUR) 
Kurzfristige Verbindlichkeiten    
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Sonstigen und Kreditinstituten mit Fälligkeit bis 1 Jahr   11.546.323  16.536,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 41.050.017  52.687,0
Sonstige Verbindlichkeiten    45.826.243  36.317,9
Rückstellungen für latente Steuern   454.396  794,7
Gesamt Kurzfristige Verbindlichkeiten   98.876.979  106.336,5
     
Langfristige Verbindlichkeiten      
Wandelschuldverschreibungen  53.414.533  53.414,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   59.084.922  58.826,5
Verbindlichkeiten gegenüber Sonstigen 68.414.032  65.786,1
Sonstige Verbindlichkeiten langfristig  27.276.292     27.423,1
Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen  131.158.463  130.684,9
Rückstellungen für latente Steuern  43.119.954  43.667,5
Gesamt Langfristige Verbindlichkeiten  382.468.196     379.802,6
Einlage stiller Gesellschafter    7.504.795   7.080,7
Anteile fremder Gesellschafter   52.158  22,6
     
Eigenkapital     
Grundkapital    26.717.250   26.707,3
Kapitalrücklagen   63.599.592  63.599,6
     
Kumuliertes, erweitertes Ergebnis    
Ausgleichsposten aus Konsolidierungsvorgängen  9.117.222  9.928,3
Ausgleichsposten Mindestpensionsrückstellung  0   - 1.448,5
Gesamtes erweitertes Ergebnis    9.117.222   8.479,8
Bilanzgewinn   132.598.369  130.748,0
Gesamt Eigenkapital  232.032.433  229.534,7
GESAMT PASSIVA  720.934.561  722.777,2