Lenzing Gruppe: auf ausgezeichnetes Jahr 2000 folgt gutes erstes Quartal 2001

Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) von EUR 7,4 Mio auf EUR 11,5 Mio gestiegen - Operatives Ergebnis erhöhte sich um 37% - EBITDA legt um 22% auf EUR 22,6 Mio zu - Umsatzplus von 12% - Gestiegene Rohstoffkosten - Gute Nachfrage nach Lenzing-Fasern

Alle Produktionsanlagen der Lenzing Gruppe waren im ersten Quartal 2001 voll ausgelastet. Die konsolidierten Umsatzerlöse erhöhten sich in den ersten drei Monaten 2001 im Vergleich zum 1. Quartal 2000 um 12% von EUR 144,4 Mio auf EUR 162,2 Mio. Das Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) stieg von EUR 7,4 Mio auf EUR 11,5 Mio, das bedeutet ein Plus von 55%. Das operative Ergebnis betrug EUR 12,3 Mio nach EUR 9,0 Mio. Das EBITDA legte um 22% auf EUR 22,6 Mio zu. Der Mitarbeiterstand zum 31. März 2001 beläuft sich auf 3.211 Personen.

Jochen Werz, Sprecher des Vorstandes, betont: "Die Lenzing Gruppe konnte auch im ersten Quartal 2001 ihre erfolgreiche Entwicklung fortsetzen. Die strukturellen Verbesserungen der letzten Jahre führten trotz deutlich erhöhter Rohstoffkosten zu erfreulichen Ergebnissteigerungen."

GESCHÄFTSFELD FASERN

Marktumfeld: Rohstoffpreise stark gestiegen

Die Rohstoffpreise für Chemikalien sind weltweit zum Teil sehr stark gestiegen: Natronlauge verteuerte sich sprunghaft, der Preis war im ersten Quartal 2001 doppelt so hoch wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Darüber hinaus bewegten sich die Energiekosten auf hohem Niveau. Anfang 2001 verbilligten sich die Konkurrenzfaserpreise - insbesondere Baumwolle. Daraus resultierte ein Preisdruck auf Viskosefasern. Die Kaufzurückhaltung in den USA wirkte sich negativ auf die Nachfrage aus.

Lenzing AG: Gute Ergebnisse

Der Umsatz weist im Vergleich zum ersten Quartal 2000 ein Plus von 16% auf. Trotz der - nicht in diesem Ausmaß erwarteten - Preiserhöhungen von Natronlauge stieg das operative Ergebnis um mehr als ein Drittel. Die Faserverkaufspreise konnten zu Jahresbeginn angehoben werden.

Sollte es in der Textilkonjunktur zu einem Abschwung kommen, könnte die Lenzing AG dies aus heutiger Sicht mit Zuwächsen im Nonwovens-Segment kompensieren, einem Markt, der sich weiterhin gut entwickelt. Um der steigenden Nachfrage nach Lenzing-Fasern zu begegnen, wird die Kapazität durch die Fertigstellung einer neuen Produktionsstraße Mitte 2001 in Lenzing ausgeweitet.

Lenzing Lyocell: Gute Nachfrage nach ProViscose und Nonwovens-Fasern

Die Produktion in Heiligenkreuz wird - nach einer Erhöhung der Plan- produktionskapazität im Vorjahr - kontinuierlich hochgefahren. Die Nachfrage nach ProViscose und Nonwovens-Fasern entw-ckelte sich zufrieden stellend. Die Lyocell LF-Faser - die neue Produktanwendungen ermöglicht - befindet sich in der Markteinführungsphase. Dem gegenüber steht die Abkühlung der weltweiten Konjunktur, woraus sich ein schwieriges Marktumfeld für Lyocell ergibt. Das Ergebnis im ersten Quartal 2001 hat sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres verbessert, ist aber noch negativ.

Lenzing Fibers Corporation: Schwierige Rahmenbedingungen

Die Lenzing Fibers Corporation (LFC) kämpfte im ersten Quartal 2001 weiterhin an mehreren Fronten gegen den rückläufigen nordamerikanischen Textilmarkt. Die meisten US-Kunden in diesem Segment waren stark von den Billigimporten und dem US-amerikanischen Konjunkturabschwung betroffen. Steigende Importe von Nonwovens-Halbfabrikaten bremsten die im letzten Jahr gute Entwicklung des Nonwovens-Marktes. Aufgrund der nach wie vor hohen Zellstoffkosten sowie der stark gestiegenen Kosten für Natronlauge und Energie in den USA ist das Ergebnis der LFC trotz aller getroffenen Maßnahmen noch immer negativ.

South Pacific Viscose: Produktion auf Hochtouren

Die Faserproduktion des indonesischen Beteiligungsunternehmens South Pacific Viscose (SPV) läuft auf vollen Touren; im Februar 2001 wurde eine Rekordproduktion erreicht. Nach stark gestiegenen Zellstoffpreisen im Vorjahr hat sich im ersten Quartal ein Rückgang eingestellt. Dieser wurde jedoch durch die stark gestiegenen Preise für Natronlauge mehr als kompensiert. Die SPV versucht daher, die hohen Rohstoffkosten weiterzugeben.

GESCHÄFTSFELDER FOLIEN, TECHNIK UND PAPIER

Lenzing Technik: Positive Entwicklung

Das Engineering- und Anlagebauunternehmen Lenzing Technik zeigte im ersten Quartal 2001 eine ausgezeichnete Entwicklung. Die Umsatzerlöse lagen deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres - maßgeblich dazu beigetragen hat die gute Auftragslage am Standort Lenzing. Aufgrund der guten Entwicklung der Deckungsbeiträge und der gering gehaltenen Fixkosten lagen die Ergebnisse über Plan.

Lenzing Plastics: Erfreuliche Auftragslage

Das erste Quartal entwickelte sich für Lenzing Plastics sowohl umsatz- als auch ergebnismäßig erfreulich. Die Bereiche Kabelbändchen und technische Verbunde konnten erhebliche Steigerungen verzeichnen. Die Nachfrage aus dem Baustoffhandel lag unter den Erwartungen. Alle Produktgruppen lieferten gute Ergebnisbeiträge - besonders erfreulich entwickelten sich PEX-Produkte für die Heißgasfiltration.

Lenzing Papier: Ergebnis über Plan

Der Versand war aufgrund von Lagerstandsanpassungen der Großhandels- kunden rückläufig. Die branchenweite Marktberuhigung wurde vor allem bei den Recycling- und den Briefumschlagpapieren spürbar. Aufgrund des Rückganges der Zellstoff- und Altpapierpreise - deren massiver Anstieg das Jahr 2000 prägte - konnte das Ergebnis deutlich gesteigert werden.

AUSBLICK

Weiterhin gute Entwicklung

Die Lenzing Gruppe rechnet mit einem guten Jahr 2001. Die Rohstoffpreise werden sich voraussichtlich auch im 2. Quartal noch auf hohem Niveau bewegen. Im zweiten Halbjahr soll die Nachfrage nach Lenzing-Fasern aufgrund des Rückzuges einiger Mitbewerber in Japan, den USA und Europa weiter steigen. Lenzing konzentriert sich - wie bereits in der Vergangenheit - vor allem auf das wachsende Segment der Spezialfasern.

Aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen hat sich die Wachstums- dynamik bei Lenzing Lyocell verlangsamt. Die Lenzing Fibers Corporation rechnet mit einem schwierigen Jahr. Die Ergebnisentwicklung der South Pacific Viscose hängt davon ab, in welchem Ausmaß es gelingt, Kosten- steigerungen weiterzugeben.

Auf Basis der guten Nachfrage und bereits durchgeführter Kostensenkungs- programme blicken Lenzing Technik und Lenzing Plastics optimistisch ins Jahr 2001. Die rohstoffseitigen Entlastungen sollten eine gute Ergebnisent- wicklung von Lenzing Papier ermöglichen.

Ergebnis 1. Quartal 2001 der Lenzing Gruppe

Wichtige Kennzahlen nach US GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR) 1-3/ 2001 1-3 2000
Umsatzerlöse 162,2 144,4
Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) 11,5 7,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 12,3 9,0
EBITDA 22,6 18,6
Jahresüberschuss nach Minderheitenanteil 7,2 4,6

ENDGÜLTIGE ERGEBNISSE - HISTORISCHES REKORDJAHR 2000

Die Lenzing Gruppe hat sich im Jahr 2000 erfreulich entwickelt. Das Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) stieg von EUR 3,9 Mio im Vorjahr auf EUR 64,9 Mio und ist das beste in der Unternehmensgeschichte. Mit einem Plus von 75% auf EUR 107,4 Mio zeigt auch das EBITDA ein über- durchschnittliches Wachstum. Ermöglicht haben dieses Ergebnis der optimierte Produktmix und das straffe Kostensenkungsprogramm der letzten Jahre.

Die konsolidierten Umsatzerlöse stiegen von EUR 550,2 Mio auf EUR 664,1 Mio, das ist ein Plus von 21%. Das Geschäftsfeld Fasern stellte 63% des Umsatzes, Papier und Folien erwirtschafteten je 9%, Technik 3%.

Alle Produktionsanlagen waren voll ausgelastet. Die Gesamtproduktion der Lenzing Standorte erhöhte sich im Jahr 2000 im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 335.000 Tonnen Fasern. Die Lenzing Gruppe konnte in den letzten zehn Jahren den Weltmarktanteil von 9% auf 20% anheben.

Die Eigenkapitalquote stieg von 32% auf 37%. Der ROCE erhöhte sich von 2% auf über 14%. Das Net Gearing entwickelte sich von 50% auf 44%. Für Investitionen wurden im Jahr 2000 EUR 45,3 Mio ausgegeben (1999: EUR 39,0 Mio).

Lenzing Gruppe US GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR)

 

BILANZ - PASSIVA

31.12.2000 (EUR)

31.12.2001 (TEUR)
Umlaufvermögen    
Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten 28.223.821 30.676,5
Wertpapiere und Anteile 62.550.793 53.275,7
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen  111.788.121 89.052,2
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 25.226.213 26.551,7
Aktive latente Steuern (kurzfristig) 1.208.026  92,0
Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 36.273.336 31.663,1
Fertige und unfertige Erzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen 36.341.435 30.115,6
Gesamt Umlaufvermögen 301.611.745 261.426,8
     
Wertpapiere und Ausleihungen - langfristig
Anteile an verbundenen Unternehmen  1.148.231  1.148,2
Beteiligungen 993.971 2.761,6
Ausleihungen 20.420.636 18.106,2
Wertpapiere des Anlagevermögens 21.846.341 33.436,5
Gesamt Wertpapiere und Ausleihungen 44.409.179 55.452,5
     
Sachanlagevermögen    
Grundstücke 3.414.829  2.513,8
Gebäude   67.772.017  69.554,8
Technische Anlagen und Maschinen  270.186.284   266.084,6
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   9.950.593  10.122,5
geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 13.335.797   16.311,0
Gesamt Sachanlagevermögen  364.659.520  364.586,7
     
Sonstige langfristige Vermögensgegenstände    
Immaterielles Anlagevermögen  5.382.541  4.129,2
Wertrechte und sonstige langfristige Vermögensgegenstände  2.726.308  2.190,5  
Aktive Latente Steuern (langfristig)  21.214.138  33.148,9
Gesamt sonstige langfristige Vermögensgegenstände   29.322.987  39.468,6
GESAMT AKTIVA  740.003.431  720.934,6
     
     
BILANZ - PASSIVA  31.12.2000 (EUR)  31.12.1999 (TEUR)
Kurzfristige Verbindlichkeiten     
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Darlehensgebern 20.588.837 11.546,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.268.171 41.050,0
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 6.458.812   0,0
Sonstige Verbindlichkeiten 50.261.524 45.826,2
Passive latente Steuern (kurzfristig)  906.614  454,4
Gesamt kurzfristige Verbindlichkeiten  139.483.958  98.876,9
     
Langfristige Verbindlichkeiten     
Wandelschuldverschreibungen  53.414.533  53.414,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten  59.950.157    59.084,9
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern  66.852.293  68.414,0
Einlagen stiller Gesellschafter  7.942.978  7.504,8
Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen  65.498.077  131.158,5
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten  27.836.704  27.276,3
Passive latente Steuern (langfristig)  47.819.742  43.120,0
Gesamt Langfristige Verbindlichkeiten  329.314.484  389.973,0
Anteile fremder Gesellschafter   64.717  52,2
     
Eigenkapital    
Grundkapital  26.717.250  26.717,3
Kapitalrücklagen  63.599.592  63.599,6
Bilanzgewinn   172.218.114   132.598,4
Sonstiges, erweitertes Ergebnis   8.605.316  9.117,2
Kumuliertes, erweitertes Ergebnis  180.823.430  141.715,6
Gesamt Eigenkapital  271.140.272  232.032,5
GESAMT PASSIVA  740.003.431  720.934,6
     
Gewinn- und Verlustrechnung, nach US GAAP, auf Konzernbasis  2000 (EUR)  1999 (TEUR)
Umsatzerlöse  664.101.324  550.224,9
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen   -521.820.975   -453.006,5
Bruttoergebnis vom Umsatz  142.280.349  97.218,4
     
Sonstige Aufwendungen     
Frachten  -21.499.989  -17.220,4
Provisionen    -6.306.305   -4.875,4
Sonstige Vertriebskosten   -31.064.861   -27.466,4
Forschungs- und Entwicklungskosten   -13.342.279   -11.977,4
Allgemeine Verwaltungskosten   -25.362.115   -27.718,1
Übrige Aufwendungen    0  -614,6
Gesamt sonstige Aufwendungen  -97.575.549   -89.872,3
Effekt aus der vorzeitigen Erfüllung langfristiger Verpflichtungen  17.237.894  0,0
Sonstige Erträge   5.880.180 4.079,7
Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Anlagen   -799.906   -2.257,0
OPERATIVES ERGEBNIS    67.022.968  9.168,8
     
Finanzergebnis    
Beteiligungsergebnis   -46.229   1.151,7
Zinsaufwand  -10.481.183   -9.589,1
Zinsertrag  10.168.418    1.766,3
Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge   -1.789.161   1.357,6
Gesamt Finanzergebnis   -2.148.155  -5.313,5
     
Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteilen  64.874.813    3.855,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag  -22.537.048  461,3
     
JAHRESÜBERSCHUSS VOR MINDERHEITENANTEIL  42.337.765 4.316,6 
Anderen Gesellschaftern zustehender Gewinn   -35.269   -29,5
     
JAHRESÜBERSCHUSS NACH MINDERHEITENANTEIL  42.302.496    4.287,1
Sonstiges Erweitertes Ergebnis    
Veränderung Ausgleichsposten Währungsdifferenzen   -756.470   -811,1
Veränderung Unterdeckung Mindestpensionsrückstellung   0   1.692,5
Veränderung Bewertung Wertpapiere (available for sale)  244.563  0,0
Gesamt sonstiges erweitertes Ergebnis    -511.907     881,4
     
ERWEITERTES ERGEBNIS  41.790.589  5.168,5
Ergebnis je Aktie in EUR    
Einfach  11,51  1,17
verwässert   10,62   -