Vorläufiges Ergebnis der Lenzing Gruppe - Rekordjahr 2000

  1. Ergebnis vor Steuern (EBT) von EUR 4 Mio auf EUR 65 Mio gestiegen
  2. EBITDA legt um 75% zu – Umsatzplus von 21%
  3. Starke Nachfrage nach Lenzing-Fasern
  4. Preiserhöhungen umgesetzt
  5. Weiterhin gute Aussichten

Die Lenzing Gruppe hat sich im Jahr 2000 hervorragend entwickelt. Das Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) stieg von EUR 4 Mio im Vorjahr auf EUR 65 Mio und ist das beste in der Unternehmensgeschichte. Mit einem Plus von 75% auf EUR 107 Mio entwickelte sich auch das EBITDA hervorragend. Die konsolidierten Umsatzerlöse stiegen von EUR 550 Mio auf EUR 664 Mio (+21%). Die Eigenkapitalquote beträgt 37% nach 32%.

Jochen Werz, Sprecher des Vorstandes der Lenzing AG, erklärt: „Der optimierte Produktmix und das straffe Kostensenkungsprogramm der letzten Jahre ermöglichten das Rekordjahr 2000. Preiserhöhungen – möglich aufgrund der guten Faserkonjunktur – verstärkten diese erstklassige Entwicklung.“

GESCHÄFTSFELD FASERN

Lenzing AG: Kompetenzzentrum mit hohem Ergebnisbeitrag

Für die Lenzing AG lief das Jahr 2000 ausgezeichnet. Die positive Marktentwicklung und die anhaltend gute Nachfrage nach Lenzing-Fasern ermöglichten Preiserhöhungen. Der verbesserte Produktmix, eine Rekordproduktionsleistung, geringere Stückkosten und höhere Verkaufspreise kamen voll zum Tragen. Die Strategie, eigenständige Marken am Markt zu positionieren, zeigte einen überproportionalen Anstieg der Absatzmenge. Die Lenzing AG forciert mehr und mehr Spezialfasern – bereits 58% der Kapazitäten werden mit diesen technologieintensiven Produkten genutzt. Im Nonwovens-Segment – z. B. Fasern für Hygieneprodukte und Wischtücher – wurde im Jahr 2000 eine weitere signifikante Steigerung der Verkaufsmenge erzielt.

Lyocell: Verdreifachung des Umsatzes

Die positive Markttendenz hält weiter an. Der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr beinahe verdreifacht werden. Das Ergebnis ist zwar noch negativ, hat sich aber gegenüber 1999 deutlich verbessert. Die gute Entwicklung ist einerseits auf den optimierten Typenmix und andererseits auf die intensive weltweite Marketingstrategie zurückzuführen. Die Planproduktionskapazität wurde im Juni auf 20.000 Jahrestonnen angehoben, und ein weiterer Ausbau des Werkes in Heiligenkreuz ist bereits angedacht.

Lenzing Fibers Corporation (LFC): Konzentration auf Nonwovens

Die US-Tochter LFC begegnete dem rückläufigen Textilmarkt in den USA mit einer Konzentration auf den weniger zyklischen Nonwovens-Bereich. Die Umsetzung dieser Nischenstrategie schlug sich in einer Steigerung von Umsatz und Versandmenge gegenüber dem Vorjahr nieder. Preiserhöhungen sind trotz der deutlich gestiegenen Zellstoffpreise schwierig durchzusetzen. Der starke Dollar drückte auf die Exporttätigkeit. Trotz intensiver Gegensteuerungsmaßnahmen ist das Ergebnis der LFC negativ.

South Pacific Viscose (SPV): Deutlich über den Erwartungen

Im Jahr 2000 lief beim indonesischen Beteiligungsunternehmen SPV die Produktion auf Hochtouren und lag deutlich über den Erwartungen. Die Verkaufsmengen erreichten einen Höchststand. Realisierte Preiserhöhungen und geringerer Rohstoffverbrauch haben das Ergebnis positiv beeinflusst.

GESCHÄFTSFELDER FOLIEN, TECHNIK UND PAPIER

Lenzing Plastics: Erfolgreicher Start in die Selbstständigkeit

Die per 1. April ausgegliederte Sparte Kunststoff-Folien, die unter Lenzing Plastics GmbH & Co KG firmiert, kann auf einen ausgezeichneten Start in die Selbstständigkeit verweisen: Lenzing Plastics erzielte im Jahr 2000 ein sehr gutes Ergebnis. Betriebsleistung und Umsatz stiegen gegenüber dem Vorjahr um 20%. Infolge der anhaltend starken Nachfrage verzeichnete Lenzing Plastics zum Jahresende einen überaus zufrieden stellenden Auftragsstand.

Lenzing Technik: Auftragsstand verdoppelt

Die verbesserte Konjunktur in den von Lenzing Technik belieferten Märkten spiegelt sich in den Auftragsständen wider, die sich Ende 2000 im Vergleich zum Jahresbeginn verdoppelten. Die Umsatzerlöse entwickelten sich zufrieden stellend. Das Ergebnis wurde von hohen Fixkosten beeinflusst, die aus der Integration der im Februar 2000 erworbenen „Beloit Austria“ resultieren. Die durch die Akquisition stark erweiterte Technologie- und Marktkompetenz lässt künftig Umsatz- und Ergebnisverbesserungen erwarten. Das im Juni mit der steirischen automationX gegründete Joint Venture „Lenzing Automation Systems“ bietet integrierte Automatisierungssysteme für technische Prozesse an.

Lenzing Papier: Optimierung des Produktmix

Lenzing Papier konnte trotz schwieriger Rahmenbedingungen – massive Rohstoff-preis-erhöhungen – ein positives Ergebnis erwirtschaften. Im Jahr 2000 wurde der Produktmix zu Lasten von Briefumschlagpapieren in Richtung margenstärkere Recyclingsorten optimiert und die Marktstellung weiter gefestigt. Mit knapp über 70.000 Tonnen erreichte Lenzing Papier einen neuen Höchststand bei Produktion und Versand. Im vierten Quartal gelang es, weitere Preisanhebungen durchzuführen.

AUSBLICK: WEITERHIN POSITIVE ENTWICKLUNG

Natronlauge – ein für die Zellstofferzeugung wichtiger Rohstoff – wird sprunghaft teurer. Auch der Zellstoff zur Faserproduktion ist nach wie vor teuer, die Lenzing AG profitiert jedoch von der Integration am oberösterreichischen Standort. Sollte es in der Textilkonjunktur zu einem zyklischen Abschwung kommen, könnte Lenzing dies aus heutiger Sicht mit Zuwächsen im Nonwovens-Segment kompensieren. Die Nachfrage im Nonwovens-Markt ist nach wie vor sehr gut. Auch Lyocell entwickelt sich aufgrund der positiven Ordersituation zufrieden stellend. Die neu eingeführte LF-Faser wird weitere Umsatzzuwächse bringen.

Da sich die US-Wirtschaft offensichtlich schneller verlangsamt als ursprünglich erwartet und die Energiekosten deutlich steigen, rechnet die LFC mit einem schwierigen Jahr. Die SPV wird aufgrund der gestiegenen Kosten für Natronlauge die Preise erhöhen. Durch diese Preissteigerungen, fallende Zellstoffpreise und ein größeres Verkaufsvolumen sind Ergebniszuwächse geplant.


Aus den ausgezeichneten Auftragsständen erwartet Lenzing Plastics im laufenden Jahr weiterhin eine sehr positive Geschäftsentwicklung und Ergebnissteigerungen. Die große Nachfrage und bereits durchgeführte Kostensenkungsprogramme sollten die gute Entwicklung von Lenzing Technik fortsetzen. Die hohen Rohstoffpreise kompensiert Lenzing Papier mit bereits durchgesetzten Preiserhöhungen und rechnet besonders im Bereich Plakatpapier mit steigenden Umsätzen.

Der Ausblick ist sehr positiv. Die Lenzing Gruppe rechnet aus heutiger Sicht mit einem wiederum sehr guten Jahr 2001.

Vorläufiges Ergebnis der Lenzing Gruppe

nach US-GAAP, auf Konzernbasis 1999in Mio EUR 2000 in Mio EUR

Wichtige Kennzahlen nach US GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR) 1999 2000
Umsatzerlöse 550 664
EBITDA 61 107
Operatives Ergebnis (EBIT) 9 67
Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) 4 65
ROCE in % 1 15
Eigenkapital 232 271
Eigenkapitalsquote in % 32 37
Bilanzsumme 721 740
Net Gearing in %  50 44