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Lenzing halbiert Unfallrate
22.05.1997
Je 1.000 Vollbeschäftigten passieren heute durchschnittlich 10 Unfälle mit Arbeitsausfall. (Die Vergleichszahlen in der österreichischen Chemie-, Gummi und Erdölsparte sind 6mal höher, jene der deutschen Chemie 2,5mal höher.)
Das Ergebnis der Lenzinger ist umso beachtenswerter, als es in einer Phase der Personalstraffung erreicht wurde.
Training der Führungskräfte
Neben der Ausarbeitung und Bekanntgabe einer neuen Sicherheitsphilosophie, die als Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie gilt, ließ die Firmenleitung etwa 60 Management- und Führungskräfte gleich zu Beginn der Zusammenarbeit mit dem SEMS-Beratungsdienst an einem Sicherheitsmanagement-Training teilnehmen. Ing. Gerhard Ratzesberger, Leiter des Zentralbereiches Werkssicherheit der Lenzing AG, führte den Erfolg der Belegschaft unter anderem auf "die Aktivierung des Managements und der Führungskräfte" zurück.
Mensch steht im Mittelpunkt
Nach dem Sicherheitstraining wurden die speziell von DuPont entwickelten Sicherheitsaudits im ganzen Werk durchgeführt. Bei diesen etwa halbstündigen Sicherheitsbegehungen kommt es darauf an, auf die Arbeitsweise des einzelnen Mitarbeiters zu achten, so daß der Mensch und nicht die Technik im Mittelpunkt der Beobachtung steht. Audits werden bei der Lenzing AG von Meistern, Abteilungsleitern und Werksleitern durchgeführt, die stets darauf bedacht sind, jeden Mitarbeiter im Konsens zu einer sicheren Arbeitsweise zu bewegen.
Die Organisation und Planung dieser Begehungen - also das "Wann, Wer, Wo" - entscheidet bei Lenzing jeder Bereich für sich.
Ing. Ratzesberger betont jedoch, daß jeder Bereich seine Sicherheitsziele hat, und daß er seine im voraus festgelegte Unfallrate unterschreiten muß.
Jede Verletzung ist vermeidbar
"Heute haben die Sicherheitsansprüche der Firmenleitung den gleichen Stellenwert wie ihre hohen Anforderungen hinsichtlich Produktivität, Qualität, Kosteneffizienz und Umweltschutz", so Ing. Ratzesberger. "Wir streben nach ständigen Verbesserungen unserer Arbeitsbedingungen zur Sicherung eines unfallfreien Arbeitens und haben uns zum Ziel gesetzt, ein unfallfreies Unternehmen zu werden", erläutert er. "Wir sind überzeugt, daß jede Verletzung vermeidbar ist. Deshalb ist auch jeder einzelne Mitarbeiter dieser Zielsetzung verpflichtet. Auch ist es Aufgabe unserer Führungskräfte, auf allen Ebenen die Voraussetzungen zu schaffen, die zum Erreichen dieses Ziels erforderlich sind."
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