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Die Renaissance der Zellstofforschung
25.05.1999
Eine großangelegte Forschungskooperation der Universität für Bodenkultur Wien mit der Lenzing AG und der Österr. Bundesforste AG wird am 31. Mai 1999 im Rahmen einer internationalen Konferenz ("Advances in wood chemistry") an der BOKU Wien der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ziel der Kooperation ist die Entwicklung neuer Werkstoffe aus Holz-Zellstoff. Die gemeinsam von Industrie und öffentlicher Hand betriebene "Christian-Doppler Forschungsgesellschaft" ermöglichte die Verwirklichung dieses Vorhabens, das einen Brückenschlag zwischen angewandter- und Grundlagenforschung darstellt.
Im Zentrum steht der nachwachsende Rohstoff Holz
Der Rohstoff Holz - ein außerordentlich wichtiger Faktor für die österreichische Wirtschaft - steht im Mittelpunkt des neu gegründen CD-Laboratoriums für Zellstoffreaktivität. Durch Einsatz neuester wissenschaftlicher Methoden sollen die komplexen chemischen und physikalischen Vorgänge bei der Zellstoffgewinnung und -verarbeitung entschlüsselt werden. Dies ermöglicht nicht nur, neue Werkstoffe wie Textilfasern oder Folien gezielt zu entwickeln und zu verbessern, sondern auch Nebenprodukte der Zellstofferzeugung zu nutzen.
Nutzung von Nebenprodukten
In Lenzing werden rund 95% des österreichischen Buchenindustrieholzes zu Fasern verarbeitet. Darüber hinaus ist beim Lenzinger Verfahren einmalig, dass die nicht cellulosischen Holzinhaltsstoffe nicht nur thermisch verwertet, sondern auch zur Produktion einer Reihe wertvoller Substanzen wie Essigsäure, Furfural und Xylose genutzt werden. Die Lenzing AG ist als Schlüsselbetrieb für eine effiziente Nutzung des Rohstoffes Holz ein volkswirtschaftlich wichtiger Faktor der heimischen Wirtschaft. Österreich kann derzeit seinen ganzen Bedarf an Essigsäure aus inländischem Holz decken. Das von der Lenzing AG zur Cellulosefaserherstellung entwickelte Viskoseverfahren und das neue Lyocell-Verfahren basieren ebenfalls auf dem Rohstoff Holz.
Aufschwung der Celluloseforschung
Vor dem Siegeszug der vollsynthetischen Kunststoffe war Österreich führend in der Celluloseforschung. Nun soll an diese früheren Erfolge angeknüpft werden, um neue Wege zu gehen. Ein kleines, aber kompetentes und schlagkräftiges Team von Wissenschaftlern wird sich diesem nicht nur volkswirtschaftlich wichtigen Zukunftsthema widmen. Für die BOKU ergibt sich durch die Zusammenarbeit mit der Lenzing AG als ein führender Industriepartnerin der Zellstofftechnologie eine große Chance, die Forschung in Österreich auf diesem Gebiet wieder entscheidend voranzutreiben.
Das CD-Labor ist ts im Internet zu finden:
http://www.boku.ac.at/chemie/cdlab/cdlab.html
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