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Vorläufige Ergebniszahlen 1999
07.03.2000
Deutlich positives Ergebnis trotz zyklischem Konjunkturtief Strukturelle Ergebnisverbesserung kompensiert Marktabschwung
Die Lenzing-Gruppe konnte sich 1999 sehr gut behaupten. Es ist gelungen, auch im Konjunkturtief ein deutlich positives Ergebnis zu erwirtschaften.
Der bereits im Herbst 1998 erkennbare Abschwung im Faserzyklus erreichte im ersten Quartal 1999 seinen Tiefpunkt, die Faserpreise fielen um bis zu 12%, die Nachfrage ging zurück. Lenzing konnte diese zyklischen Effekte durch strukturelle Verbesserungen weitgehend kompensieren:
Ausbau der Kostenführerschaft in Europa
Offensive Innovationspolitik
Qualitatives & quantitatives Wachstum durch Spezialitätenstrategie Infolge der Marktschwäche lag 1999 das Ergebnis unter jenem des Geschäftsjahres 1998, das durch ein zyklisches Hoch geprägt war. Der Umsatz steigerte sich trotz der niedrigen Faserpreise um 0,5 % gegenüber 1998. Dies ist vor allem auf Rekorde im Versand der SPV und der Lenzing AG bei einem hochwertigen Sortenmix zurückzuführen. Das indonesische Beteiligungsunternehmen SPV wurde 1999 auf Eigenkapitalbasis (42 %) konsolidiert, d.h. Umsatz und Bilanzwerte sind in den Konzernzahlen 1999 und den Vergleichszahlen 1998 nicht enthalten.
Die Konzernberichterstattung für 1999 erfolgt erstmals nach US GAAP.
Vorläufige Ergebniszahlen
| Wichtige Kennzahlen nach US GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR) |
1999 |
1998 |
1997*) |
| Umsatz |
550,2 |
547,4 |
521,5 |
| Operatives Ergebnis |
7,3 |
13,1 |
-21,2 |
| Ergebnis vor Steuern und Minderheitsanteilen |
3,9 |
8,3 |
-47,2 |
| EBIT |
11,7 |
18,2 |
-21,2 |
| ROCE in % |
1,3 |
1,9 |
-4,8 |
| Jahresüberschuss |
4,3 |
5,6 |
-47,8 |
| Gewinn pro Aktie (in Euro) |
1 |
2 |
-8,2 |
| Mitarbeiter |
3.166 |
3.206 |
4.781 | *) nach HGB inkl. SPV
Zellstoff und Fasern: Flaggschiff im Lenzing-Konzern
Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte der Geschäftsbereich Fasern 1999 das ausgezeichnete Ergebnis des konjunkturell starken Vorjahres wiederholen. Ein verbesserter, hochwertiger Produktmix von Standard- und Spezialfasern sowie der verringerte Aufwand für Instandhaltung, Energie, Personal und Rohstoffe konnten Ausgleich für die niedrigen Preise schaffen. Während der Ausstoß der gesamten westeuropäischen Industrie um 5% zurückging, konnte in Lenzing trotz des niedrigen Preisniveaus der Umsatz mit 267,8 Mio Euro knapp über jenem vom Vorjahr (1998: 266,2 Mio Euro) gehalten werden. Der seit Mitte der 90er Jahre eingeschlagene Weg, technologie-intensive Produkte zu forcieren, trägt Früchte. Heute werden bereits 55% der Kapazitäten in Spezialfasersegmenten abgesetzt. Besonders stark gewachsen sind 1999 das Nonwovensgeschäft (Vliesstoffe und Hygieneprodukte) und Micro-Modalfasern.
Folien und Papier: Trotz gestiegener Rohstoffpreise erfolgreich durch Nischenstrategie
Der Geschäftsbereich Kunststofffolien und PTFE-Produkte konnte trotz der massiven Verteuerung der Rohstoffkosten 1999 wiederum ein Rekordergebnis erwirtschaften. Für die Lenzinger Papierfabrik war 1999 von einer relativ schwachen Marktperformance im ersten Halbjahr sowie dem starken Anstieg der Zellstoffpreise im 2. Halbjahr geprägt. Dennoch wurde ein positives Ergebnis erzielt, das jedoch deutlich unter dem sehr guten von 1998 liegt.
Lenzing-Technik: Flexibler Marktauftritt durch Selbständigkeit
1999 war für den Engineering und Anlagenbau von einer guten Auftragslage mit geringen Schwankungen gekennzeichnet, das Ergebnis ist wiederum gut. Die Lenzing Technik firmiert seit 1.Oktober 1999 als eigenständiges Tochterunternehmen der Lenzing AG mit einem Jahresumsatz von 45,2 Mio Euro. Die Ausgliederung erfolgte rückwirkend zum 1.Jänner 1999; Umsatz und Ergebnis fließen daher nicht mehr in die AG-Bilanz ein.
Lenzing Lyocell / Heiligenkreuz: Absatzsteigerung
1999 konnte gegenüber dem Vorjahr eine Absatzsteigerung um mehr als 50% erzielt werden, wobei die Belebung des Marktes vor allem im 2. Halbjahr deutlich spürbar war. Dies ist einerseits auf die Integration des Vertriebs in den Lenzinger Faserverbund zurückzuführen, andererseits tragen die verstärkten Marketingbemühungen jetzt Früchte. Das Ergebnis der Lenzing Lyocell GmbH und CoKG ist jedoch weiterhin negativ.
Immer mehr Meinungsmacher und Trendsetter der Textilindustrie - wie beispielsweise Armani, Triumph, Schiesser, Banana Republic, DKNY etc. - nehmen Lenzing Lyocellfasern in ihre Kollektion auf. Die Hauptaktivitäten des Jahres 1999 konzentrierten sich daher auf die Erarbeitung einfacher Veredelungsschritte für die verarbeitende textile Kette sowie auf die Weiterentwicklung einer nichtfibrillierenden Faser.
Lenzing Fibers Corp. / USA: Mit Faserspezialität gegen schrumpfenden Textilmarkt
Während der Textilmarkt in den USA kontinuierlich schrumpft, nimmt das Nonwovens-Segment erfreulich und beständig zu. Diesem Trend folgend konzentriert sich die Lenzing Fibers Corporation weiterhin auf Entwicklungen für den Hygienebereich und brachte im zweiten Halbjahr eine neue Faser zur Marktreife. Weitere Spezialfasern werden entwickelt und sollen die Ergebnissituation der LFC positiv beeinflussen, zumal diese technologie-intensiven Produkte vom generellen Preisverfall für Fasern etwas abgekoppelt und vor allem gut nachgefragt sind.
Aufgrund der strukturellen Schwäche der US-Textilindustrie wurde die Produktion im Laufe des Jahres zeitweise gedrosselt. Verstärkte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bei den Verbrauchsfaktoren halfen dem Lenzing-Tochterunternehmen, trotz der reduzierten Produktions- und Verkaufsmengen auch in diesem schwierigen Jahr einen positiven Cashflow zu erzielen. Das Ergebnis der Lenzing Fibers Corp. ist dennoch negativ.
South Pacific Viscose / Indonesien: Equity Konsolidierung - Erholung im 4. Quartal
Das Jahr 1999 zeichnete einen Wendepunkt in der Geschichte Indonesiens auf dem Weg von einem autokratisch geführten Staat zu einer jungen Demokratie. Vor diesem Hintergrund wurde im ersten Halbjahr der Verkauf vom zurückhaltenden Geschäftsklima vor den Wahlen negativ beeinflusst. Dank eines starken 4.Quartals ist es gelungen, die Auslieferungen gegenüber 1998 zu erhöhen. Der Marktanteil in Indonesien konnte zudem um beinahe 20 % auf knapp 45 % gesteigert werden.
Trotz der zum Teil markt- und landesbedingt schwierigen Geschäftslage, speziell in den ersten zwei Quartalen des Berichtsjahres, wurde 1999 auf Basis des US-GAAP-Abschlusses ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet.
Ausblick
Weitere Ergebnissteigerung dank Strukturstärke und Marktaufschwung
Das Jahr 2000 hat sehr gut begonnen, wir erwarten ein ergebnisstarkes erstes Halbjahr und sind zuversichtlich, dass die positive Tendenz anhalten wird. Das Umfeld für unser Fasergeschäft hat sich verbessert, der Aufwärtstrend vom Herbst letzten Jahres setzt sich fort. Die Nachfrage nach Viskosefasern ist stark, die Preise für synthetische Fasern und in jüngster Zeit auch für Baumwolle tendieren nach oben, der Handel meldet bessere Absätze und die weltweite Konjunktur ist im Aufschwung. Sowohl im textilen Bereich als auch bei Nonwovens-Produkten (Vliessstoffe/Hygienebereich) ist eine deutliche Mengenbelebung spürbar. Modal- und Modal-Microfasern aus Lenzing sind als Spezialfasern sehr gefragt; Lyocell etabliert sich zunehmend. Die Lagerstände sind niedrig, sodass das Angebot die Nachfrage kaum befriedigen kann; Lieferverzögerung bei voller Produktion sind die Folge. Die Lenzing AG nützt die erfreuliche Marktbelebung dazu, das nach wie vor niedrige Preisniveau sukzessive nach oben zu korrigieren. Preiserhöhungen konnten bereits im ersten Quartal vorgenommen werden, weitere sind für das zweite Quartal angekündigt. Die erfolgreiche Strategie der Erweiterung unserer technologie-intensiven Faserpalette werden wir fortführen.
Die Verselbständigung der nicht-faserspezifischen Geschäftsfelder wird fortgesetzt. Ab 1. April firmiert der Geschäftsbereich Kunstofffolien als eigenständiges Tochterunternehmen mit dem Namen "Lenzing Plastics". Die Ausgliederung erfolgt rückwirkend zum 1. Jänner 2000. Hier sehen wir weiterhin sehr gute Geschäftsperspektiven.
Insgesamt erwarten wir für das Jahr 2000 deutliche Ergebnissteigerungen gegenüber 1999, wenngleich das negative Ergebnis der Lyocell GesmbH. & Co KG jenes der Lenzing AG noch belasten wird.
Die strukturellen Verbesserungen in der Ertragskraft der Lenzing-Gruppe werden sich im Aufschwung des Faserzyklus entsprechend positiv niederschlagen.
Die Hauptversammlung findet am 3. Mai 2000 um 10.00 Uhr im Palais Schwarzenberg in Wien statt
| Lenzing Konzern US-GAAP - Gewinn- und Verlustrechnung |
1999 (EUR) |
1998 (TEUR) |
| Umsatzerlöse |
550.224.890 |
547.462,0 |
| Herstellungskosten der zur Erzileung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen |
-446.899.454 |
-433.507,6 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz |
103.325.436 |
113.954,4 |
| Sonstige Aufwendungen |
|
|
| Vertriebskosten |
-27.466.400 |
-27.287,2 |
| - Frachten |
-17.220.443 |
-17.465,6 |
| - Provisionen |
-4.875.369 |
-6.309,6 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten |
-11.977.393 |
-14.393,2 |
| Allgemeine Verwaltungskosten |
-33.825.113 |
-35.272,7 |
| Übrige Aufwendungen |
-614.555 |
-112,2 |
| Gesamt sonstige Aufwendungen |
-95.979.237 |
-100.840,5 |
| Operatives Ergebnis |
7.346.163 |
13.113,9 |
| |
|
|
| Finanzergebnis |
|
|
| Beteiligungsergebnis |
1.151.697 |
-7.865,0 |
| Zinsaufwand |
-9.589.093 |
-11.237,2 |
| Zinsertrag |
1.766.268 |
1.394,8 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge |
1.357.610 |
8.922,1 |
| Gesamt Finanzergebnis |
-5.313.518 |
-8.785,3 |
| Sonstige Erträge |
4.079.655 |
4.688,3 |
| Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Anlagen |
-2.257.054 |
-712,1 |
| Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil |
3.855.246 |
8.304,8 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag |
461.314 |
-2.682,0 |
| Jahresüberschuss vor Minderheitenanteil |
4.316.560 |
5.622,8 |
| Anderen Gesellschaften zustehender Gewinn |
-29.522 |
-12,5 |
| Jahresüberschuss nach Minderheitenanteil |
4.287.038 |
5.610,3 |
| |
|
|
| Erweitertes Ergebnis |
|
|
| Veränderung Ausgleichsposten Währungsdifferenzen |
-811.054 |
-1.497,0 |
| Veränderung Mindespensionsrückstellung |
1.692.469 |
1.338,7 |
| Gesamt sonstiges erweitertes Ergebnis |
881.415 |
-2.829,7 |
| Erweitertes Ergebnis |
5.168.453 |
2.780,6 |
| |
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| Lenzing Konzern US-GAAP - AKTIVA |
31.12.1999 (EUR) |
31.12.1998 (TEUR) |
| Umlaufvermögen |
|
|
| Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditunternehmen |
30.676.454 |
15.637,9 |
| Sonstige Wertpapiere und Anteile |
53.275.697 |
58.128,7 |
| |
|
|
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
|
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
89.052.237 |
83.238,9 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände |
28.742.107 |
28.766,0 |
| Forderungen aus latenten Steuern |
91.959 |
94,0 |
| |
|
|
| Vorräte |
|
|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
31.663.092 |
25.239,3 |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen |
30.115.649 |
42.587,7 |
| Gesamt Umlaufvermögen |
263.617.195 |
253.728,5 |
| |
|
|
| Wertpapiere und Anteile |
|
|
| Anteile an verbundenen Unternehmen |
1.148.231 |
1.148,2 |
| Beteiligungen |
2.761.618 |
3.009,4 |
| Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
15.162.639 |
14.157,1 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens |
33.436.477 |
30.561,8 |
| Sonstige Ausleihungen |
2.943.581 |
2.846,7 |
| Gesamt Wertpapiere und Anteile |
55.452.546 |
51.723,3 |
| Sachanlagevermögen |
2.513.830 |
2.349,7 |
| Grundstücke |
69.554.822 |
72.689,4 |
| |
|
|
| Gebäude |
|
|
| Machinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
292.518.065 |
303.599,1 |
| Gesamt Sachanlagevermögen |
364.586.717 |
378.638,2 |
| |
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|
| Sonstige langfristige Vermögensgegenstände |
|
|
| Aktivierte Unterdeckung Pensionsrückstellung |
0 |
651,4 |
| Immaterielles Anlagevermögen |
4.129.185 |
4.684,1 |
| Latente Steuern |
33.148.918 |
33.351,7 |
| Gesamt sonstige langfristige Vermögensgegenstände |
37.278.103 |
38.687,2 |
| GESAMT AKTIVA |
720.934.561 |
722.777,2 |
| |
|
|
| |
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|
| Lenzing Konzern US-GAAP - PASSIVA |
31.12.1999 (EUR) |
31.12.1998 (TEUR) |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten |
|
|
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Sonstigen und Kreditinstituten mit Fälligkeit bis 1 Jahr |
11.546.323 |
16.536,9 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
41.050.017 |
52.687,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten |
45.826.243 |
36.317,9 |
| Rückstellungen für latente Steuern |
454.396 |
794,7 |
| Gesamt Kurzfristige Verbindlichkeiten |
98.876.979 |
106.336,5 |
| |
|
|
| Langfristige Verbindlichkeiten |
|
|
| Wandelschuldverschreibungen |
53.414.533 |
53.414,5 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
59.084.922 |
58.826,5 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Sonstigen |
68.414.032 |
65.786,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten langfristig |
27.276.292 |
27.423,1 |
| Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen |
131.158.463 |
130.684,9 |
| Rückstellungen für latente Steuern |
43.119.954 |
43.667,5 |
| Gesamt Langfristige Verbindlichkeiten |
382.468.196 |
379.802,6 |
| Einlage stiller Gesellschafter |
7.504.795 |
7.080,7 |
| Anteile fremder Gesellschafter |
52.158 |
22,6 |
| |
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|
| Eigenkapital |
|
|
| Grundkapital |
26.717.250 |
26.707,3 |
| Kapitalrücklagen |
63.599.592 |
63.599,6 |
| |
|
|
| Kumuliertes, erweitertes Ergebnis |
|
|
| Ausgleichsposten aus Konsolidierungsvorgängen |
9.117.222 |
9.928,3 |
| Ausgleichsposten Mindestpensionsrückstellung |
0 |
- 1.448,5 |
| Gesamtes erweitertes Ergebnis |
9.117.222 |
8.479,8 |
| Bilanzgewinn |
132.598.369 |
130.748,0 |
| Gesamt Eigenkapital |
232.032.433 |
229.534,7 |
| GESAMT PASSIVA |
720.934.561 |
722.777,2 |
|
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