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LENZING GRUPPE: AUSGEZEICHNETES ERSTES HALBJAHR 2000

06.09.2000

  1. Ergebnis vor Steuern (EBT) von 2,7 Mio Euro auf 21,1 Mio Euro gesteigert
  2. Operatives Ergebnis versechsfacht sich von 3,4 Mio Euro auf 19,6 Mio Euro
  3. EBITDA legt um 41% auf 41,8 Mio Euro zu
  4. 21% Umsatzplus
  5. starke Nachfrage nach Lenzing-Fasern hält an
  6. Preiserhöhungen erfolgreich umgesetzt
  7. weiterhin gute Aussichten 

Die Lenzing Gruppe blickt auf ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr 2000 zurück: Die Hochkonjunktur auf den Fasermärkten führte zu voll ausgelasteten Kapazitäten und – in Verbindung mit den strukturellen Verbesserungen der letzten Jahre – zu erheblichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen.

Die konsolidierten Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe erhöhten sich im ersten Halbjahr 2000 um 20,5% auf 311,8 Mio Euro (1. Hj. 1999: 258,8 Mio Euro). Das operative Ergebnis der Gruppe hat sich von 3,4 Mio Euro auf nunmehr 19,6 Mio Euro fast versechsfacht! Auch das Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil konnte deutlich von 2,7 Mio Euro auf 21,1 Mio Euro erhöht werden. Das EBITDA legte um 40,7% auf
41,8 Mio Euro zu (1.Hj. 1999: 29,7 Mio Euro).

Erfolgreiche strategische Neuausrichtung

Steigende Absatzmengen für Spezialfasern bestätigen die vom Lenzing Management eingeschlagene Marketingstrategie. „Unsere neue Branding-Strategie – Fasern werden mit Markennamen am Markt positioniert – ist sehr erfolgreich. Mit ProViscose, einer Mischung aus Viskose und Lyocell, gelang es uns, einen neuen Qualitätsstandard für den textilen Einsatz von Viskose zu setzen“, erklärt Vorstands-sprecher Jochen Werz.

Gemeinsam mit der optimierten Kostenstruktur bildet die strategische Neuausrichtung des Unternehmens eine solide Basis, die die positiven Auswirkungen des Konjunkturhochs verstärkt. Gleichzeitig ist die Lenzing Gruppe dadurch für zukünftige Zyklus-Abschwünge gerüstet.

GESCHÄFTSFELD FASERN

Vollauslastung für Lenzing AG

Die Anlagen der Lenzing AG laufen auf Hochtouren, der Umsatz liegt deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahres. Besonders gut entwickelt sich die Nachfrage nach Spezialfasern: Bereits 60% der Kapazitäten der Lenzing AG werden mit diesen techno-logieintensiven Produkten genutzt.

In Abstimmung mit der Belegschaft wurde eine Neuregelung der Werkspension der aktiven Mitarbeiter der Lenzing AG beschlossen. Bestehende Ansprüche werden im zweiten Halbjahr 2000 abgefunden und eine neue überbetriebliche Pensionskasse eingeführt.

Kapazitätsausweitung bei Lenzing Lyocell

Die weltweite Nachfrage nach Lyocell-Fasern steigt. Aus diesem Grund wurde die Planproduktions-Kapazität des Lyocell-Werkes in Heiligenkreuz im Juni 2000 von ursprünglich 12.000 auf 20.000 Jahrestonnen erhöht. Ein weiterer Ausbau der Kapazität ist bereits angedacht. Das Ergebnis von Lenzing Lyocell hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 1999 deutlich verbessert, ist aber noch negativ. Gemeinsam mit der Umsetzung der erfolgreichen Marketingstrategie und der Einführung neuer Produkte sollte die positive Marktentwicklung die Erreichung der gesetzten Ertragsziele beschleunigen.

Das gesamte Förderpaket für das Lyocell-Werk in Heiligenkreuz wurde nach einer fast zweijährigen Überprüfung durch die EU-Kommission in jedem Punkt als mit den EU-Wettbewerbsregeln konform genehmigt.

Lenzing Fibers Corporation: Fokus auf Nonwovens-Produkte

Die US-Tochter Lenzing Fibers Corporation begegnet der strukturellen Krise der US-Textil-industrie mit verstärkter Konzentration auf Nonwovens-Erzeugnisse (Fasern für medizinische Anwendungen sowie Hygiene- und Haushaltsprodukte). Die Umsetzung der Nischenstrategie schlug sich in einer Steigerung von Umsatz, Versandmenge und Ergebnis gegenüber dem ersten Halbjahr 1999 nieder.

Erfreuliche Entwicklung bei South Pacific Viscose

Auch die South Pacific Viscose (SPV), Indonesien, entwickelte sich in den Monaten Jänner bis Juni 2000 erfreulich. Die Kapazitäten waren voll ausgelastet, die Versandmenge lag über der Vergleichsperiode des Vorjahres. Trotz der allgemein schlechten Preissituation gelang es der SPV, die Preise in Indonesien anzuheben und ihren lokalen Marktanteil zu steigern. Das Ergebnis der Gesellschaft hat sich deutlich verbessert und ist wieder positiv.

GESCHÄFTSFELDER FOLIEN, TECHNIK UND PAPIER

Lenzing Plastics mit Rekordauftragsstand

Die per 1. April 2000 ausgegliederte Sparte Kunststofffolien startete sehr erfolgreich in die Selbstständigkeit. Infolge der anhaltend guten Nachfrage verzeichnete die Lenzing Plastics GmbH & Co KG einen Rekordauftragsstand. Auch die Ertragssituation der 100%-Tochter in den Bereichen Thermoplast und PTFE ist sehr zufrieden stellend.

Lenzing Technik: Joint Venture für integrierte Automatisierungssysteme

Ende Juni war der Auftragsstand des Engineering- und Anlagenbauunternehmens Lenzing Technik doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. Die Ergebnisse liegen abrechnungsbedingt im ersten Halbjahr unter den Sollwerten, werden sich in der Gesamtjahresbetrachtung jedoch auf Grund der guten Auftragslage plangemäß entwickeln. Im 2. Quartal wurde mit automationX, einem Tochterunternehmen der steirischen M&R Automation, ein Joint Venture gegründet: Die Lenzing Automation Systems GmbH & Co KG – eine 50%-Tochter der Lenzing Technik – wird integrierte Prozessautomatisierungs-Systeme entwickeln und weltweit vertreiben.

Gute Nachfrage für Lenzing Papier
In der Berichtsperiode entwickelte sich die Nachfrage nach den Nischenprodukten von Lenzing Papier positiv. Die Versandmenge lag deutlich über dem Vergleichswert aus 1999. Der Papiermarkt befindet sich auch weiterhin in einem Zyklushoch. Die Weitergabe der stark erhöhten Rohstoffpreise gestaltet sich aber äußerst schwierig, zusätzliche Preiserhöhungen sind notwendig.

AUSBLICK: POSITIVE UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Die Lenzing Gruppe erwartet auch für das zweite Halbjahr 2000 eine ausgezeichnete Entwicklung. Die Hochkonjunktur am europäischen Fasermarkt sollte anhalten und wird sich positiv auf Umsatz- und Ertragssituation der Lenzing AG und der Lenzing Lyocell auswirken. LFC und SPV sollten von der guten Mengenkonjunktur profitieren. Bei der LFC ist in den nächsten Monaten ein Ausbau der Kapazitäten geplant. Allerdings sind diese Lenzing-Beteiligungsunternehmen mit weiterhin steigenden Rohstoffkosten konfrontiert. Lenzing Technik und Lenzing Plastics werden auch im zweiten Halbjahr positive Ergebnisbeiträge liefern.

Die Aussichten für das Gesamtjahr 2000 sind weiterhin sehr positiv. Bereits im ersten Halbjahr 2000 konnte mehr als das fünffache des Ergebnisses vor Steuern des gesamten Geschäftsjahres 1999 erzielt werden. Gewinn und Cash flow 2000 werden daher deutlich über jenen des Vorjahres liegen.

KENNZAHLENTABELLE LENZING GRUPPE:

Wichtige Kennzahlen nach US GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR)  2.Qu. 00  2. Qu.99 1.HJ 00 1. HJ 99
Umsatzerlöse 167,4 136,3 311,8 258,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 11,5 4,1 19,6 3,4
Finanzergebnis 1,1 -0,9 -0,5 -2,4
Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) 13,7 4,0 21,1 2,7
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Minderheitenanteilen 9,9 4,1 14,5 2,4
Ergebnis je Aktie (einfach) in EUR 2,67 1,12 3,93  0,66
  

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