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Keine Genehmigung der EU-Wettbewerbsbehörde für den Verkauf der Lenzing AG

17.10.2001

EU-ENTSCHEIDUNG KEIN HINDERNIS FÜR LENZINGS ERFOLGSKURS

Die Europäische Kommission hat den Erwerb der Lenzing AG Aktienmehrheit durch die CVC aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagt. Der Vorstand der Lenzing AG bedauert diese Entscheidung.

Jochen Werz, Sprecher des Vorstandes, betont: „Wir bedauern dieses Votum der EU. Das Nichtzustandekommen stellt für uns aber auch langfristig kein Problem dar. Die Lenzing Gruppe hat ein hervorragendes Geschäftsjahr hinter sich und auch das laufende zeigt, dass wir über eine erstklassige Position verfügen. Das Ziel in guten Zeiten hohe Gewinne einzufahren und auch bei ungünstigen Marktbedingungen zufrieden stellende Erträge zu erwirtschaften, haben wir erreicht. Wir werden mit aller Kraft den eingeschlagenen Weg weiter gehen.“

Der Wortlaut der Entscheidung liegt dem Unternehmen zur Stunde noch nicht vor. Erst nach einer genauen Analyse der Begründung der Entscheidung und Beratung in den Gremien des Unternehmens wird seitens der Lenzing AG in Abstimmung mit der Bank Austria als Großaktionär der Gesellschaft eine inhaltliche Stellungnahme erfolgen.

Keinerlei Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung

Da der Verkauf der Aktienmehrheit der Bank Austria an die CVC-Gruppe unter entsprechendem Kartellvorbehalt erfolgte, wurden bewusst keinerlei Maßnahmen in Richtung Zusammenschluss der beiden Unternehmen gesetzt. „Business as usual“ stand auf der Tagesordnung. Das laufende operative Geschäft der Lenzing AG ist somit von dieser Entscheidung nicht beeinflusst. Darüber hinaus wird die Entscheidung keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Produktionsstandorte und die Mitarbeiter der Lenzing Gruppe haben.

Neustrukturierung der Vergangenheit trägt Früchte

Die strategische Neuausrichtung sowie die strukturellen Verbesserungen mit einer Optimierung des Produktmix und Kostensenkungsprogrammen in den letzten Jahren schlugen sich eindrucksvoll in den Ergebnissen nieder. Trotz unterschiedlicher Konjunkturlagen in den einzelnen Regionen und der im Jahr 2001 massiv gestiegenen Rohstoffpreise konnte die Lenzing Gruppe Marktanteile gewinnen und ihre einzigartige Stellung als Komplettanbieter im Faserbereich weiter ausbauen. Vor allem die Abkoppelung vom Faserzyklus durch das massive Forcieren von Spezialfasern, insbesondere Nonwovens-Produkten, war ein wesentlicher Schritt in Richtung nachhaltiger Ertragssicherung der Lenzing Gruppe.

Nach einem ausgezeichneten Jahr 2000 entwickelte sich die Lenzing Gruppe trotz eines schwierigeren Marktumfeldes im ersten Halbjahr 2001 weiterhin erfreulich. Die konsolidierten Umsatzerlöse erhöhten sich in der ersten Jahreshälfte 2001 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2000 um 7,2% von EUR 311,8 Mio auf EUR 334,3 Mio. Das operative Ergebnis (EBIT) beläuft sich auf EUR 24,4 Mio, das bedeutet ein Plus von 13% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern und Minderheitenanteil (EBT) stieg von EUR 21,1 Mio auf EUR 23,0 Mio.

Erfreuliche Aussichten für 2001

Nach der Überhitzung des Fasermarktes im Vorjahr kommt es heuer zu einer Abkühlung der Fasernachfrage. Eine konjunkturelle Erholung der weltweiten Wirtschaftslage ist derzeit nicht in Sicht, dadurch ergeben sich für die Faserindustrie schwierigere Rahmenbedingungen. Das Ergebnis des ersten Halbjahres kann daher nicht auf das zweite Halbjahr hochgerechnet werden. Das Gesamtjahr wird aus heutiger Sicht daher zwar wieder sehr gut ausfallen, jedoch unter dem Niveau des Rekordjahres 2000 liegen.

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