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Lenzing Gruppe: Operatives Ergebnis 2014 über Erwartungen, Kosteneinsparungsziele übererfüllt

Dienstag, 24. März 2015

Dividendenvorschlag: EUR 1,00 je Aktie
Rekordverkaufsmenge bei rückläufigen Faserpreisen
Gegensteuerungsmaßnahmen greifen und verbessern das operative Ergebnis

Eine anhaltend gute Nachfrage ermöglichte Lenzing im Geschäftsjahr 2014 einen neuen Rekordabsatz von 960.000 Tonnen (plus 8%), allerdings bei weiter rückläufigen Faserpreisen und einem weiterhin sehr herausfordernden Marktumfeld. Dank des excelLENZ Programmes und seiner Intensivierung konnte das operative Ergebnis 2014 deutlich verbessert werden. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung für 2014 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 1,00 je Aktie (nach EUR 1,75 je Aktie) vor.

Die Konzernumsatzerlöse verringerten sich im Geschäftsjahr 2014 um 2,3% von EUR 1,91 Mrd auf EUR 1,86 Mrd. Ursachen dafür waren einerseits der Verkauf der Business Unit Plastics im Jahresverlauf 2013 sowie die gegenüber dem Vorjahr neuerlich um rund 8% auf EUR 1,57 je Kilogramm gesunkenen Faserdurchschnittspreise der Lenzing Gruppe. Im Vergleich aus fortgeführten Geschäftsbereichen („like-for-like“) blieben die Umsatzerlöse konstant (Plus 0,3% von EUR 1.859,0 Mio auf EUR 1.864,2 Mio).

Gegensteuerungsmaßnahmen greifen

Operativ konnte sich Lenzing trotz des niedrigen Preisumfeldes deutlich verbessern. Das Konzern-EBITDA¹  (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) stieg gegenüber dem herausfordernden Jahr 2013 von EUR 193,9 Mio um 24,0% auf EUR 240,3 Mio. Die EBITDA-Marge² kletterte auf 12,9% (nach 10,4% im Jahr 2013). Diese beachtliche Ergebnissteigerung konnte durch massive Kosteneinsparungen im Rahmen des excelLENZ-Programms, Verbesserungen im Produktmix durch die erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen TENCEL® Faserproduktion in Lenzing und einer insgesamt schlankeren Konzernstruktur erzielt werden.

Lenzing-Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger: “Unser Kosteneinsparungsprogramm brachte 2014 Einsparungen von weit über EUR 100 Mio. Bis 2016 werden wir strukturelle und nachhaltige Einsparungen von rund EUR 160 Mio p.a. erreichen, das ist rund doppelt so viel als ursprünglich budgetiert. Das operative Ergebnis 2014 beweist, dass Lenzing auf gutem Weg ist, wieder die Kostenführerschaft in der man-made Cellulosefaserindustrie einzunehmen.“

Rund ein Viertel der Einsparungen entfiel 2014 auf Personalkosten, der Rest zu weitgehend gleichen Teilen auf Materialkosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen im operativen Bereich sowie auf Einsparungen bei den allgemeinen Verwaltungskosten.

Wertanpassungen belasten EBIT und Jahresergebnis

Geänderte mittelfristige Preiserwartungen für Viscosefasern führten zu Abschreibungen der Firmenwerte und der übrigen immateriellen Anlagen und Sachanlagen bei den Tochtergesellschaften PT. South Pacific Viscose (Indonesien) und Lenzing Nanjing Fibers (China) von insgesamt EUR 94,0 Mio. Das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) 2014 sank deshalb auf EUR 21,9 Mio gegenüber dem Vorjahres-Vergleichswert von EUR 58,6 Mio. Als Folge dieser nicht cash-wirksamen Einmaleffekte ergab sich ein Konzern-Jahresfehlbetrag von EUR 14,2 Mio.

Marktumfeld erfordert weitere Gegensteuerungsmaßnahmen

„Wir rechnen auch 2015 nicht mit einer durchgreifenden Preiserholung“, erläutert Lenzing Vertriebsvorstand Robert van de Kerkhof. „Der massiv gefallene Ölpreis drückt auch auf die Polyesterpreise, wodurch die Viscosepreise zusätzlich belastet werden. Hinzu kommen übervolle Baumwolllager und weiterhin anhaltende Überkapazitäten in der Viscosefaserindustrie in China. Wir werden uns neben den Kostenoptimierungen daher noch stärker auf die Forcierung unserer hochwertigen Spezialfasern, insbesondere TENCEL® und Lenzing Modal® konzentrieren.“

Durch Ausnutzung der Preisprämien von TENCEL® und Lenzing Modal® gegenüber Standard-Viscosefasern sowie durch Währungseffekte stiegen im vierten Quartal 2014 die Lenzing Faserverkaufspreise erstmals wieder gegenüber den Vorquartalen. Zu dieser Entwicklung trug maßgeblich die im zweiten Halbjahr 2014 erfolgreich angelaufene TENCEL® Jumbo-Faserproduktionsanlage am Standort Lenzing (Oberösterreich) bei. Das neue TENCEL® Faserwerk ist mit einer Jahreskapazität von 67.000 Tonnen das weltweit größte und modernste seiner Art und sichert 140 hochwertige Arbeitsplätze am Standort Lenzing.

Nettofinanzverschuldung gesunken

„Durch aktives Cash-Management gelang es uns 2014, die Nettofinanzverschuldung auf EUR 449,5 Mio nach EUR 504,7 Mio Ende 2013 zu reduzieren. Mit einem Net-Gearing von 42,2% und einer bereinigten Eigenkapitalquote von 44,9% kann Lenzing auf eine kerngesunde Bilanz verweisen“, kommentiert Finanzvorstand Thomas Riegler den Jahresabschluss 2014.

Die ausgabenrelevante CAPEX (Investitionen in immaterielle Anlagen und Sachanlagen) wurde im Geschäftsjahr 2014 deutlich auf EUR 104,3 Mio reduziert (nach EUR 248,7 Mio inkl. Business Unit Plastics). Sie betrafen im Wesentlichen die Fertigstellung der TENCEL® Faseranlage am Standort Lenzing sowie Effizienz- und Modernisierungsinvestitionen in den Bereichen Energie und Faserproduktion.

Ausblick 2015

Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Faserindustrie haben sich in den ersten Wochen 2015 gegenüber dem dritten und vierten Quartal des Berichtsjahres kaum geändert. Bei Standard-Viscosefasern muss auch für 2015 mit weiterhin schwierigen Marktbedingungen am Fasermarkt gerechnet werden.

Operativ stehen für Lenzing 2015 die weitere Verbesserung des Produktmix im textilen Bereich, insbesondere Absatzsteigerungen bei Spezialitäten wie Lenzing Modal® und TENCEL® Fasern im Mittelpunkt der Bemühungen. Lenzing startet mit einer starken Nachfrage nach TENCEL® ins neue Geschäftsjahr.

Die Lenzing Gruppe strebt auch 2015 durch die Stärkung der Marketing- und Vertriebsorganisation, sowie die konsequente Fortsetzung des Kostenoptimierungsprogrammes excelLENZ und der Neuordnung der technischen Bereiche Engineering, Instandhaltung und Werkstätten sowie der Lenzing Technik die weitere Festigung ihrer globalen Position an.

1 Alle nachfolgenden Vergleichszahlen 2013 beziehen sich auf fortgeführte Geschäftsbereiche („like-for-like“)
%-Verhältnis Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) zu den Umsatzerlösen

Wichtige Kennzahlen nach IFRS,
auf Konzernbasis (in EUR Mio)
1-12/20141-12/2013¹
Konzernumsatz1.864,221.858,97
EBITDA240,3193,9
EBITDA-Marge in %12,910,4
Betriebsergebnis EBIT21,958,6
EBIT-Marge in %1,23,2
Jahresüberschuss/-fehlbetrag-14,230,6
CAPEX104,3248,4
31.12.201431.12.2013
Bereinigte Eigenkapitalquote² in %44,945,5
Mitarbeiter zum Periodenende6.3566.675

1 „Like for like“
Eigenkapital inkl. Investitionszuschüsse abzgl. anteilige latente Steuern

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Rückfragehinweis:
Mag. Angelika Guldt
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Telefon: +43 7672 701-2713
E-Mail: a.guldt@lenzing.com

Dipl.-Ök. Stephanie Kniep
Head of Investor Relations
Telefon: +43 7672 701-4032
E-Mail: s.kniep@lenzing.com