Presseinformationen
CPA Freiberg in Rekordzeit wieder in Betrieb
Montag, 19. September 2011
Lenzing Technik errichtet Aufbereitungsanlage in fünf Monaten
Freiberg (Sachsen), Lenzing (Oberösterreich), September 2011 – Ein Brand zerstörte im Dezember 2010 große Teile der chemisch-physikalischen Behandlungsanlage (CPA) der Sächsischen Umweltschutz Consulting GmbH (SUC) in Freiberg und legte diese lahm. Um die auf die Aufbereitung von flüssigen und schlammförmigen Abfällen aus der Solar-, Fotovoltaik- und Elektronikindustrie spezialisierte Anlage möglichst schnell wieder in Gang zu setzen, engagierte SUC die Lenzing Technik GmbH aus Österreich. Diese hat um rund 1,1 Mio. Euro nicht nur eine Anlage auf dem neuesten Stand der Technik geplant und realisiert, sondern nach der Beauftragung im März trotz enormer logistischer Herausforderungen nach nur fünf Monaten schlüsselfertig übergeben. Seit August 2011 werden dort nach 3.500 Fertigungs- und Montagestunden täglich bis zu 220 Kubikmeter organische und anorganische Abfälle aufbereitet. Am 16. September erfolgte die offizielle Eröffnung.
Mit 180 Mitarbeitern verwertet und entsorgt die SUC an sieben Standorten in Deutschland Industrieabfälle. In der CPA Freiberg werden vor allem schwermetallhaltige Altsäuren und Altlaugen aus der Solar-, Fotovoltaik- und Elektronikindustrie, sowie Bohr- und Schleifölemulsionen aus der Maschinenbauindustrie aufbereitet. Angeliefert werden die meist flüssigen oder schlammförmigen Abfälle per Tankwagen oder IBC-Container. Nach einer analytischen Eingangskontrolle werden diese der entsprechenden Behandlung zugeführt. Säuren und Laugen werden neutralisiert, abfiltrierte Feststoffe deponiert, das Filtrat wird in der örtlichen Kläranlage aufbereitet. Mit Spaltmitteln werden die Bohr- und Schleifölemulsionen beispielsweise aus dem Maschinenbau in Öl und Wasser getrennt. Das Spaltöl wird als Ersatzbrennstoff verwertet. Die wässrige Phase wird mit Flockung, -Flockungshilfsmitteln und Aktivkohle nachbehandelt und in das örtliche Klärwerk eingeleitet.
Umfassende Kompetenz gefragt
Neben der Engineering-Kompetenz war auch Logistik- und Fertigungskompetenz notwendig. So war etwa der knapp bemessene Projektfahrplan für sein Team eine besondere Herausforderung, betont Lenzing Technik-Geschäftsführer Herbert Hummer. „Da die Kapazitäten der CPA Freiberg im industriell geprägten Großraum Dresden dringend gebraucht werden, gab es für die Realisierung ein extrem enges Zeitkorsett.“ Gerade einmal fünf Monate standen den Spezialisten von Lenzing Technik für Engineering, Produktion, Montage und Inbetriebnahme der Anlage nach der Beauftragung im März 2011 zur Verfügung. In dieser Zeit wurden eine komplette Schlammentwässerung, eine Abgasbehandlung, Emulsionstrennung und Drucklufterzeugung samt Stahl- und Rohrleitungsbau, sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik konstruiert, gefertigt und in Betrieb genommen. Dass Teile der CPA während des Umbaus in Betrieb bleiben mussten, erwies sich dabei als zusätzliche logistische und fertigungstechnische Herausforderung.
Tonnenschwere Millimeterarbeit
Während Lenzing Technik die Gesamtprojektleitung über hatte und die Abgasbehandlung selbst fertigte und montierte, wurden auf Kundenwunsch die übrigen Komponenten von – überwiegend regionalen – Subunternehmern geliefert. Um die zeitgerechte Fertigstellung der Anlage im August 2011 garantieren zu können, erfolgte die Koordination der Projektpartner nach detaillierten Ablaufplänen. Dennoch musste die minutiöse Planung des Lenzing-Teams freilich auch an unvorhersehbare Herausforderungen angepasst werden. So verzögerte sich etwa die Anlieferung der Filterpressen um zwei Wochen. Eine an ein 3D-Puzzle erinnernde Geschicklichkeitsprüfung für das Montageteam war die Folge: Aufgrund der Größe der Pressen war deren Montage nur vor der Errichtung des Daches möglich. „Der extreme Zeitdruck ließ aber keine Verzögerung der Bauarbeiten zu“, erinnert sich Lenzing Technik-Projektleiter Burkard Rohm. Mit einem Kran wurden diese schließlich zwischen den bereits errichteten Dachsparren in das Obergeschoß gehoben. „Die beiden jeweils acht Meter langen und jeweils 20 Tonnen schweren Filterpressen mussten durch eine Öffnung gehoben werden, die nur wenige Millimeter größer als die Pressen selbst war“, präzisiert Rohm.
Expertise überzeugte
Das extrem breite Spektrum an unterschiedlichsten Abfallstoffen – von hochkonzentrierten Säuren bis zu Flüssigkeiten mit extremer Schleifwirkung – und hohe Reaktionstemperaturen stellen die einzelnen Aggregate der Anlage auf einen permanenten Härtetest. „So braucht es beim Engineering ausgewiesene Experten, die über entsprechende Erfahrung verfügen und genau wissen, welche enormen Belastungen die Anlage zu bestehen hat. Deshalb haben wir das Lenzing-Team um Projektleiter Burkard Rohm engagiert“, erklärt Holger Vogel, der Betriebsleiter der CPA-Freiberg. „Die punktgenaue Einhaltung des Zeitplans und die Leistungsfähigkeit der Anlage bestätigen unsere Entscheidung.“
Pressemitteilung als PDF downloaden
Rückfragehinweis:
Ing. Mag. Robert Canins
Marketing Manager
Lenzing Group – Business Unit Engineering
Telefon: +43 (0) 7672 701-2311
E-Mail: r.canins@lenzing.com
