Kraftwerke
Lenzing
Aus historischen und verfahrenstechnischen Gründen ist der Energiebetrieb in Lenzing örtlich in zwei Anlagen – Energie I und II – geteilt. Seit der Fusionierung der Lenzinger Zellulose- und Papierfabrik mit der Zellwolle Lenzing AG (Viskosefaserproduktion) im Jahr 1969 verläuft die Entwicklung des Energiebereiches in einer gemeinsamen und koordinierten Art und Weise.
Beide Energieanlagen werden im Verbund betrieben:
- gemeinsames elektrisches Netz, welches mit dem EVU-Netz gekoppelt ist (EAG-110kV)
- gemeinsames Niederdruckdampfnetz
- gemeinsame Hochdruckdampfschiene
Die Energieerzeugung der Lenzing AG ist heute durch eine nahezu vollständige Kraft-Wärme-Kopplung, hohe Energieeffizienz, Optimierung des Brennstoffeinsatzes sowie Forcierung biogener- und Abfallbrennstoffe gekennzeichnet.
Energie I:
Der Energiebetrieb I befindet sich linksseitig der Ager und hat neben den Hauptaufgaben der Erzeugung und Bereitstellung von Dampf und Strom zentrale Aufgaben der Bereitstellung von Hilfsenergien und Medien so wie die Abfall- und Reststoffentsorgung für den gesamten Standort zu erfüllen.
Die Anlagen der AVE-Reststoffverwertung Lenzing GmbH&Co KG befinden sich im Bereich der Energie I und werden in Verantwortung der Lenzing AG über die RVL GmbH (50 % AVE GmbH, 50 % LAG) betrieben.
Im Energiebetrieb I befinden sich folgende Hauptanlagen:
- Kessel 1K6 - Gaskessel
- Kessel 1K7 und 1K8 (RVL) - beide sind atmosphärisch zirkulierende Wirbelschichtkessel
- Turbinen 1T1, 1T4 und 1T5
- Wasseraufbereitungsanlagen für Rohwasser, Brunnenwasser, vollentsalztes- und enthärtetes Betriebswasser
- Heißwasseranlagen für Industrie- und Raumheizung
- Kälteanlage
- Druckluftanlage
- Vakuumanlage
- Schutzgasanlage (Inertgas)
- Brennstoffaufbereitungsanlage und Abfallaufbereitungsanlage für den 1K7
- Abfallaufbereitungsanlage für den 1K8 (RVL)
Energie II:
Der Energiebetrieb II befindet sich rechts der Ager und ist in den Zellstoffproduktionskreislauf integriert. Die Anlagen der Energie II sind Teil des geschlossenen Zellstofferzeugungsprozesses nach dem Lenzinger Magnesium-Bisulfit-Verfahren und dienen damit insbesondere auch der Chemikalienrückgewinnung.
Neben den Aufgaben der Erzeugung und Bereitstellung von Dampf und Strom werden im Energiebetrieb II folgende Prozesse geleistet:
- Chemikalienrückgewinnung mit Rohsäureerzeugung
- Verbrennung der Dicklauge der Kocherei
- Eindampfung des OPE-Abwassers aus der Bleicherei
- Verbrennung der OPE-Dicklauge
- Aufspaltung des Magnesiummonosulfites in MgO und SO2 und Erzeugung von SO2-flüssig in der Monosulfit-Spalt-Anlage (MSS-Anlage)
Im Energiebetrieb II befinden sich folgende Hauptanlagen:
- Laugekessel 2K6, 2K7 und 2K10 mit den zugehörigen
- Chemikalienrückgewinnungen
- Sodakessel 2K8 zur Verbrennung der OPE-Dicklauge
- Sattdampfkessel 2K9
- Turbinen 2T3, 2T4 und 2T5
- Eindampfanlage zur Eindickung des OPE-Abwassers
- Magnesiummonosulfitspaltung und SO2-flüssig-Erzeugung

