Wasser- und Abwasserbehandlung

  1. Industrielle und kommunale Kläranlagen

    Zur Reinigung von Abwässern aus Anlagen der Viscose-, Zellulose- und Papierherstellung.

    • BOD Abbau > 99 %
    • COD Abbau 92 %
    • Biologisches Reinigungsverfahren
    • Zinkbeseitigung durch Ausfällung

    Das Verfahren

    Der Prozess setzt sich aus den Schritten Vorreinigung, Neutralisierung, biologische Abwasserreinigung der Stufen I und II, sowie Flockungsfiltration zusammen.

    Nach der Produktionsanlage durchläuft das Abwasser zunächst mechanische Siebeinheiten und den Neutralisierungsprozess. Das neutralisierte Abwasser wird in mehrere Vorkläranlagen gepumpt, in denen sich ungelöste Komponenten absetzen, um dann entfernt zu werden. Durch ein spezielles Neutralisierungs- und Flockungsverfahren wird in den Ablagerungen in den Vorklärbecken außerdem Zink gesammelt (Ausfällung).

    Dem Abwasserstrom werden einige Chemikalien hinzugefügt, dann wird es aus den Vorklärbecken in die Belebungstanks gepumpt, in denen Sauerstoff eingeblasen und intensiv mit dem belebten Schlamm gemischt wird (erste biologische Stufe). In dieser Stufe findet der Abbau einfach abbaubarer Komponenten durch Bakterien statt.

    In der folgenden Klärungszwischenstufe wird der Schlamm getrennt und zurück in Belebungstanks gepumpt und später mit einer Doppel-Entwässerungspresse entwässert.

    Der gereinigte Ausfluss aus der ersten Phase fließt nun in die zweite biologische Stufe, in der ähnliche Verfahren wie in der ersten Stufe, jedoch mit einem getrennten Klärschlammsystem, angewendet werden.

    Im Anschluss an die zweite Behandlungsphase wird das gereinigte Wasser durch einen Flockungsfilter zurück in den Fluss gepumpt. Dieser Filter ist ein mehrschichtiger Sandfilter zur Entfernung aller Partikel.

  2. Chargen- und Durchlaufbehandlungsanlagen

    Für die nachfolgend beschriebenen Prozesse gibt es in der chemischen - physikalischen Behandlung von Abwässern zwei wesentliche Behandlungsverfahren, welche für die Festlegung des weiteren Verfahrens von grundlegender Bedeutung sind.
    Zur Behandlung der Prozessabwässer wird unterschieden in:

    • Verfahren A: Chargenverfahren
    • Verfahren B: Durchlaufverfahren

    Verfahren A: Chargenverfahren

    Das sogenannte Chargenverfahren hat in Vergangenheit immer größere Bedeutung erlangt, da es im Allgemeinen als betriebssicherere Variante anzusehen ist. Der Prozess läuft in Stufen ab, wobei jede einzelne Stufe prozesstechnisch überwacht werden kann. Das kann zum Beispiel in folgenden Kombinationen erfolgen:

    Alkalisieren, ansäuern, neutralisieren und einstellen des erforderlichen pH-Wertes im Abwasser mit Laugen und Säuren für den nachfolgenden Arbeitsschritt.
    Nach der korrekten Einstellung wird die Anlagentechnik abgefragt und erteilt nachfolgend der weiteren Behandlung, je nach Problemstellung, ihre Freigabe.
    Die Anzahl der Verfahrensschritte ist von der Komplexität der Behandlungsaufgabe abhängig. Wir legen mit Ihnen als Kunde, die Grundauswahl des Verfahrens fest und werden mit Ihnen den optimalen Prozess wählen.

    Verfahren B: Durchlaufverfahren

    Durch betriebliche Maßnahmen wie Verbesserung der Spültechniken und Taktung von Verfahren hat die Variante mit dem Chargenverfahren zwar an Bedeutung gewonnen, aber es gibt im Bereich Behandlung von Industrieabwasser immer noch eine Vielzahl von Anwendungen, die das Durchlaufverfahren bevorzugen bzw. erforderlich machen.
    Abwasserströme von > 30 m³/Schicht können aufgrund der Behandlungsdauer und der Größe der erforderlichen Apparate beim Chargenverfahren vernünftigerweise nur im Durchlauf bearbeitet werden. Das heißt der Prozess läuft kontinuierlich durch und ist unabhängig davon, ob dies Neutralisationsvorgänge, Oxidationsablaufe, Feststoffabtrennung etc. sind. Wir optimieren und sichern die Verfahren indem wir die Prozessüberwachung mit zusätzlichen Sicherheiten versehen.

  3. Neutralisationsanlagen

    Häufig in der Abwassertechnik gestellte Aufgaben sind die Neutralisation von Abwasser, welches sauer bzw. alkalisch vorliegt. Der pH-Wert ist ein Maß für die Wasserstoffionenkonzentration in einer Flüssigkeit. Sie besagt, dass je höher der Anteil an Wasserstoffionen (H+) in einer Flüssigkeit sind, desto kleiner ist sein pH-Wert bzw. umso saurer ist eine Lösung. Der Gesetzgeber verlangt von den Abwassereinleitern vor Abgabe des Abwassers die Einhaltung bestimmter Grenzwerte. In der Regel liegen die einleitfähigen pH-Werte des Abwassers bei pH 6,5 – 9,5. Diese unterliegen aber Vorgaben und sind mit den örtlichen Behörden abzustimmen.

    Für die verschiedensten Bereiche - in denen Neutralisationen gefordert werden - bieten wir maßgeschneiderte Lösungen an wie z.B. folgende Bereiche:

    • Spülwasser aus Reinigungsanlagen
    • Regenerate von Ionenaustauschern
    • Waschwässer aus industriellen Waschprozessen
    • Spülwasser aus Tankreinigung
    • Vorbehandlungsanlagen zur weitergehenden Abwasserbehandlung
    • Nasschemische Endbehandlung von Abwasser
    • sowie viele weitere Anwendungen.
  4. Oxidations- und Reduktionsanlagen zur Entgiftung

    Giftige Inhaltsstoffe im Abwasser müssen in einen für Lebewesen und die Umwelt verträglichen Zustand überführt werden, um keine Gefahr bzw. negative Beeinflussung mehr darzustellen.
    Durch die Einstellung des richtigen pH-Wertes und durch Zugabe unterschiedlichster Chemikalien, werden gefährliche Stoffe des Abwassers in ungiftige oder fällbare Verbindungen überführt. Dafür verantwortlich sind zum einen Oxidationsvorgänge (durch Aufnahme von Sauerstoff werden Stoffe in eine ungiftige Form überführt), zum anderen werden durch Reduktionsvorgänge schädliche Stoffe zu fällbaren Produkten verändert.

    Die bedeutendsten Entgiftungsreaktionen die im Industrieabwasserbereich Anwendung finden sind unter anderem:

    • Cyanid- Entgiftung vor allem im Bereich der Galvanotechnik
    • Nitrit- Entgiftung z. B. bei Schleif- und Härteabwasser
    • Chromat- Entgiftung in Hartverchromungsanlagen, Gerbereien, Galvaniken

    Entgiftungsanlagen stellen meist nur einen Teil der erforderlichen Abwasserbehandlung dar. Neben den meistgenannten Oxidations- und Reduktionsanlagen können wir Ihnen maßgeschneiderte Konzepte für ihren Bedarf anbieten.

  5. Fällungs-, Flockungs- und Sedimentationsanlagen

    Geht es nicht um reine Neutralisationsaufgaben bzw. sind nach Oxidations- und Reduktions– Prozessen weitere Behandlungen erforderlich (oder werden Prozesse, welche eine direkte Fällung erfordern, geplant), so kommen Fällungs-, Flockungs- und Sedimentationsanlagen zum Einsatz.
    Hier werden die Schadstoffe in eine Form überführt, welche es ermöglicht, die Schadstoffe als Feststoff aus einer Flüssigkeit zu entfernen.

    Fällungsreaktionen sind einer der wichtigsten Mechanismen sowie die am weitesten verbreiteten Reaktionsvorgänge für die Behandlung industrieller Abwässer. In vielen Bereichen der Industrie finden sie ihren Einsatz. Hier seien nur einige Bereiche hervorgehoben, welche unter dem Überbegriff Metallbe- und Metallverarbeitung fallen:

    • Galvaniken
    • metallische Überzüge auf verschiedenste Grundmaterialien
    • Beiz- und Elektropolier Betriebe
    • Oberflächenabtrag um eine bessere Korrosionsbeständigkeit zu erzielen und eine funktionellere und optisch aufgewertete Oberfläche zu erzeugen
    • Chemisch, physikalische Flüssigabfallentsorgungen
    • CPA-Anlagen, in denen aus der Oberflächentechnik Spülwässer und Halbkonzentrate entsorgt werden.

    Beispiele, in denen Stoffe für Fällungs-, Flockungs- und Sedimentationsanlagen anfallen:

    • Verzinkereien
    • Härtereien
    • Leiterplattenherstellung
    • Anodisierbetriebe
    • Batterieherstellung
    • Brünierereien
    • Gleitschleifereien

    Schwerpunktmäßig sind aus den Abwässern solcher Betriebe folgende Stoffe zu entfernen:

    • Schwermetalle in gelöster, ungelöster oder komplex gebundener Form wie zum Beispiel Aluminium, Arsen, Barium, Blei, Cadmium, Chrom, Eisen, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Silber, Zinn und Zink
    • Fällung von Anionen wie Fluoriden, Phosphaten und Sulfaten.

    Da die Zusammensetzung der verschiedenen Abwässer starken Schwankungen unterliegt, wird die Auslegung derartiger Anlagen durch Tests in den Laboren von uns vorgenommen. Die Auswahl und Optimierung der Chemie ermöglicht es ein optimales Anlagenkonzept zu erstellen.

    Wir planen und bauen Komponenten für die Abwassertechnik wie:

    • Fällungsreaktoren für Chargen und Durchlaufbetrieb
    • Flockungsanlagen in Kombination mit den Reaktionsbehältern oder als separate Stufe
    • Sedimentationseinheiten wie Schrägklärer in den verschiedensten Bauformen, Kläreinrichtungen in Rund- und Rechteckbauweise, Schlammeindicker.
  6. Filtrationsanlagen, Ionenaustauscher

    Zu einem vollständigen Anlagenkonzept gehören mechanische Verfahren zur Nachbehandlung der abgeschiedenen Schlämme aus einem Abwasser, sowie Verfahren zur Erhöhung der Betriebssicherheit und Verbesserung der Abwassereinleitwerte.

    In unserem Anlagenrepertoire zur Schlammentwässerung befinden sich klassische Lösungen wie Kammerfilterpressen, Zentrifugen, Bandfiltersysteme und wenn gewünscht weiterreichende Schlammentwässerung über Schlammtrocknungsanlagen.

    Schweb- und Feststoffe, welche sich nach der Feststoffabtrennung noch im Abwasser befinden können, wir setzen auf Verfahren aus der Filtrationstechnik wie Kiesfilter, kontinuierliche Filtration mit Sandfilter, automatische Rückspülfilter, Festbettfilter u. a. Systeme. (Weitere Informationen: Filtrations- und Separationstechnik)

    Bei der Nachbehandlung von evtl. vorkommenden, gelösten Schwermetallen, welche sich nach einer Fällung im Medium befinden können, setzen wir auf unsere bewährten Selektivionenaustauscher. Zur Anwendung kommen stark saure Kationenaustauscherharze, welche aufgrund ihres Chelat- Charakters in der Lage sind, durch Regeneration lösbare Bindungen mit Schwermetallen einzugehen. Die Schwermetallkonzentrationen können je nach Metall und Randbedingungen bis unter 0,1 mg/l gesenkt werden.

  7. Emulsionstrennung, Adsorptionsanlagen

    Emulsionen sind Wasser- / Ölgemische (oder auch Öl- / Wassergemische), welche durch Zugabe von Emulgatoren in der Flüssigkeit dispergiert sind. Durch den Gesetzgeber ist der erlaubte Anteil an Öl im Abwasser für die Einleitung in das Kanalnetz stark beschränkt. D. h. um die Schadprodukte aus dem Abwasser zu entfernen, muss die Emulsion gespalten werden. Die wesentlichen Verfahren kommen bei uns zum Einsatz und sind unter anderem:

    • Chemische Verfahren basierend auf den Einsatz von Säuren, zur Spaltung der Emulsion. Bei der Säurespaltung wird weiterhin mit dem Einsatz von Metallsalzen, alkalischen Fällungsmitteln und Polymeren gearbeitet. Nach der Vorbehandlung werden die Spaltprodukte weiter über Flotations- oder Sedimentationsanlagen weiter behandelt, bzw. über Kombinationseinrichtungen die beide Varianten ermöglichen.
    • Aufbereitung von Emulsionen und adsorbierbaren Stoffen auf physikalische Verfahren basierend. Besonders für kleine Abwassermengen geeignet. Bereiche der Farben-, Leim- oder Flexodruckabwässer sind hiermit hervorragend zu bedienen. Meist werden pulverförmige Adsorbentien in Reaktionsbehälter eindosiert, wobei sich nach einer kurzen Reaktionszeit die Stoffe zum Adsorbat verbinden und aus dem Abwasser mit den bekannten Verfahren der Schlammentwässerung weiter behandeln lassen.
    • Aufbereitung von Emulsionen mittels mechanischer Verfahren. Abtrennung aufschwimmender Öle mit Abscheidertechnologie von LT. Nachbehandlung der Emulsionen mittels Ultrafiltration. (Weitere Informationen: Filtrations- und Separationstechnik)

    Die Labortechnische Vorprüfung der jeweiligen Emulsion ist ein wichtiges Instrument um das optimale Verfahren auszuwählen.

Wasser- und Abwasserbehandlung

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Telefon: +43 7672 701-2378
Fax: +43 7672 918-2378
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