Spinnbadentgasung

Während des Spinnprozesses wird CS2 frei, das sich teilweise in H2S umwandelt.

Diese beiden Gase, Luft und CO2 lösen sich im Spinnbad, bzw. sind als Gasblasen im ablaufenden Spinnbad enthalten. Im Ablaufbehälter, dem Entgasungstiefbehälter, entweicht bereits ein Teil dieser Gase. Über ein Abgassammelsystem werden diese Gase einer Rückgewinnungsanlage zugeführt.

Ein Teil der im Spinnbad gelösten Gase reagieren aber auch zu festen Sulfid-Verbindungen die wiederum zu erheblichen Verschmutzungen im Spinnbadkreislauf führen. Nach Möglichkeit sollte daher eine Vollstromentgasung installiert werden. Das separierte, hoch konzentrierte Gas wird in weiterer Folge einer  Abgas – Rückgewinnungsanlage zugeführt.

Einzelheiten

Zweistufige Entgasungsanlage in der unter Vakuum ein Großteil der Gasblasen und gelösten Gase ausgetrieben werden. Dampfstrahler und eine Wasserring - Vakuumpumpe erzeugen den benötigten Unterdruck. Das rückgewonnene  Produkt ist Starkgas mit einem hohen Anteil an H2S und CS2, ist brennbar und liegt oberhalb der Explosionsgrenze.

Spinnbadentgasung

Das zu entgasende Spinnbad wird aus dem Entgasungstiefbehälter zur 2-teiligen Entgasungskolonne gepumpt. In der ersten Entgasungskolonne (1) wird das Spinnbad über eine Schäldüse fein verteilt und rieselt nach unten. Diese obere Entgasungskolonne arbeitet sowohl als Entgasungsstufe als auch als Mischkondensator im Vakuum. Der Druck ist so niedrig, dass beim Versprühen der Spinnbadlösung schon ein Teil der gelösten Gase entweicht. Gleichzeitig ist aber der Druck so hoch, dass der in der Stufe eintretende Mischdampf aus dem Dampfstrahler (2) bis oben hin fast vollständig kondensiert.

Die teilentgaste, um ca. 0,5°C aufgewärmte, Spinnbadlösung wird am Boden der ersten Kolonne gesammelt und dann in der zweiten Entgasungskolonne (3) wieder über Sprühdüsen verteilt. Hier liegt das Vakuum so tief, dass die Lösung zu sieden beginnt und sich um ca. 0,3°C wieder abkühlt.

Der Partialdruck der ausgetriebenen Gase wird durch den in gleicher Richtung strömenden Entspannungsdampf so niedrig gehalten, dass weniger als 10 % der im Zulauf gelösten Gase mit dem Spinnbad die Kolonne verlassen. Der Entspannungsdampf mit den ausgetriebenen Gasen aus der unteren Entgasungsstufe wird vom Dampfstrahlapparat angesaugt, auf den Druck in der oberen Stufe verdichtet und der Entspannungsdampf mit dem Treibdampf dort kondensiert.

Die wasserdampfgesättigten Gase aus dem oberen Teil der ersten Entgasungskolonne werden von einer Vakuumpumpe (4) abgesaugt. Zur Reinigung von Spinnbadtröpfchen wird der Gasstrom zuvor über einen Wäscher (5) geführt, bevor die Gase von der Vakuumpumpe auf ca. 1bar verdichtet und einer Rückgewinnungsanlage zugeführt werden.

Spinnbadentgasung

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